Banklehrling: «Die Gespräche bringen mir Routine»

NIDWALDEN ⋅ Die Kantonalbank bindet Lernende früher in die Beratung von in erster Linie jungen Kunden ein. Die Bank will sich damit ein jüngeres Image geben, gleichzeitig ist es für die Lehrlinge eine gute Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung.
15. Februar 2018, 05:00

Martin Uebelhart

martin.uebelhart@nidwaldnerzeitung.ch

Andrin Zumbühl arbeitet derzeit in der Geschäftsstelle Stansstad der Nidwaldner Kantonalbank (NKB). Er ist im dritten Lehrjahr, im Frühsommer legt er die Lehrabschlussprüfung ab. Zusammen mit jüngeren Bankangestellten, deren Lehrabschluss noch nicht so lange her ist, und weiteren Lehrlingen im dritten Jahr gehört er zum sogenannten NKB4u- Team. Die jungen Leute sind für die Beratung Jugendlicher und junger Kunden zuständig. Die NKB hat im Zuge ihres neuen Marktauftritts und vermehrter Präsenz auf verschiedenen Kanälen von sozialen Medien auch ein Jugendberaterteam aufgebaut, das seit dem vergangenen Sommer arbeitet. Ausschlaggebend war laut Peter Bircher, Leiter Marketing und Kommunikation bei der NKB, auch die Einführung neuer, speziell auf junge Kunden zugeschnittener Bankangebote.

Den Lehrlingen im dritten Jahr kommt dabei eine besondere zusätzliche Rolle zu, wie Bircher erklärt: «Im ersten und zweiten Lehrjahr lernen die Lehrlinge in ihrer Ausbildung alle Abteilungen und Fachbereiche kennen. Im dritten Jahr kommt dann auch noch die Beratung dazu.» Andrin Zumbühl kann in Stansstad insbesondere bei der Beratung junger Kunden mitwirken. Das bringt ihm zusätzliche Beratungspraxis. «Seit dem Sommer kann ich immer mehr Gespräche durchführen.» Zur Seite steht ihm dabei Jugendberater-Coach Olivia Rutishauser. Sie hat vor zwei Jahren ihre Banklehre beendet. «Am Anfang war ich immer sehr nervös», erzählt Andrin Zumbühl. «Jetzt fällt es mir leichter, auf die Kunden zuzugehen. Vielfach läuft das unter uns Jungen auf Du-Basis, was den Zugang zu den Kunden zusätzlich erleichtert.»

Simulation mit Kundenberater

Für ihn sei das auch eine gute Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung. «Dort müssen wir ein Kundengespräch führen.» Einmal pro Monat hat er zur Vorbereitung ein Simulationsgespräch, das er leiten muss und in dem ein Kundenberater den Bankkunden spielt. Zwar liege dort der Fokus vor allem auf Kredit und Anlage. Themen, mit denen sich jugendliche Kunden weniger auseinandersetzten, so Zumbühl. «Die Beratungsgespräche mit jungen Kunden bringen mir gleichwohl zusätzliche Routine. Über die Basisprodukte muss ich inzwischen nicht mehr lange nachdenken. Dafür kann ich mich viel mehr auf die Bedürfnisse der Kunden konzentrieren.»

Bei den Simulationsgesprächen seien gewisse Rahmenbedingungen zuvor bekannt. «Das ist bei den realen Kundengesprächen weniger der Fall. Man bereitet sich natürlich auf den Termin vor und macht sich eine Liste, mit den Themen, die man anspreche. «Doch meist kommen dann auch noch weitere Dinge zur Sprache, auf die ich dann reagieren muss. Das läuft jetzt viel besser als am Anfang.» Diese zusätzliche Sicherheit nütze ihm auch in den Simulationsgesprächen, sagt Andrin Zumbühl. «Für mich ist es als Vorbereitung auf die Lehrabschlussprüfung ein Riesenvorteil.» Seine Sicherheit spürten auch die Kunden. Zu Beginn sei bei ihnen eine gewisse Skepsis spürbar, dass ihnen ein Gleichaltriger oder gar jüngerer gegenübersitze und ihnen die Bankprodukte erkläre. «Aber das ist inzwischen gewichen».

Coach Olivia Rutishauser findet das neue System eine Super-Sache. «Ich hätte sicher sehr profitiert, wenn es das schon zu meiner Lehrzeit gegeben hätte», sagt sie mit Blick auf die Fortschritte, die Andrin mache. Zu Beginn habe sie ihn enger begleitet als heute. «Die Unterstützung war grösser, wenn er vielleicht einmal etwas nicht wusste oder den Faden verloren hat.»

Andrin Zumbühl wird ab Mitte Februar turnusgemäss in die Geschäftsstelle Buochs wechseln und dort weiter junge Bankkunden beraten.


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