Verein der Kleinseilbahn-Freunde zählt fast 1000 Mitglieder

NIDWALDEN ⋅ Mitte Jahr ist der Verein gegründet worden. Was dann passierte, hat die Vorstellung von Präsident Paul Odermatt weit übertroffen: Inzwischen haben die Freunde der Kleinseilbahnen fast 1000 Mitglieder.
27. Dezember 2017, 10:04

«Das ist phänomenal», sagt Paul Odermatt mit Blick auf das vergangene halbe Jahr. Er ist Präsident des Vereins Freunde der Kleinseilbahnen – sozusagen die Lobby der Bevölkerung des Seilbahnverbandes Nidwalden. Beide haben sie sich die Erhaltung und Rettung der Kleinseilbahnen auf die Fahnen geschrieben. Diese kämpfen mit grossen Schwierigkeiten, wie der Verband auf seiner Website schreibt. Immer strengere Vorschriften, die immense Investitionen und viel ­Administration nach sich ziehen, bringen die Besitzer von Kleinseilbahnen an ihre Grenzen.

Der Verein Kleinseilbahn-Freunde wurde im Juni ins Leben gerufen. «Als wir unsere Idee öffentlich vorstellten, hatten wir schon 50 Mitglieder. An der Gründungsgeneralversammlung zwei Wochen später waren es ­bereits 382», erzählt Odermatt. Und so sei es weitergegangen. Jetzt, unmittelbar vor Ende Jahr, zählt der Verein fast 1000 Mitglieder. «Die Sympathie ist riesig», freut sich Odermatt. Im vergangenen Winter war er erstmals der Idee für einen Unterstützungsverein begegnet. «Elsbeth Flüeler aus dem Vorstand des Kleinseilbahn-Verbands hat mir davon erzählt.» Aus seiner Bereitschaft, da sofort als Mitglied beizutreten, sei schliesslich das Präsidium in einem fünfköpfigen Vorstand geworden.

Der 48-Jährige Oberdorfer arbeitet als Landwirt und hat ­einen Nebenerwerb als Elektroinstallateur. «Ich habe das kleinste Elektrofachgeschäft im Kanton», meint er lachend. Im Sommer gehe er nach Ober- und Untertrübsee auf die Alp. «Da bin ich während zweier Monate auch jeden Tag auf eine Bahn angewiesen.» Und eine Verbindung zu den Bahnen hat er auch in seinem Nebenerwerb: «Einige meiner Kunden erreiche ich ebenfalls nur über eine Seilbahn.»

Grosser Bezug zu Kleinseilbahnen

Wenn er von der Vereinsarbeit erzählt, redet er sich regelrecht in Begeisterung: «Wir wollen die Bähnchen ins Bewusstsein der Leute rücken. Sie sind nicht nur da zum Anschauen, sind nicht nur Dekoration. Sie sind da zum Brauchen.» Das Beste sei, wenn die Bähnchenbetreiber selber Geld mit dem Betrieb und guten Frequenzen verdienen können. Jedes Vereinsmitglied erhält jährlich ein Gratisbillett, das es bei einer Kleinseilbahn seiner Wahl einsetzen kann. «Etwa ein Drittel der Mitgliedereinnahmen fliesst so wieder zu den Bahnbetreibern, da wir ihnen für jedes der Billette 15 Franken vergüten.»

Neben der Erschliessung von Höfen und dem Erhalt der dezentralen Besiedlung im Berggebiet seien die Bähnchen auch ein touristischer Faktor: «Die Vielfalt der Bahnen ist wichtig für den Tourismus. Und dazu gehört eine Stanserhornbahn genau so wie eine Wiesenbergbahn oder eine Sinsgäubahn.»

Es sei eine grosse Aufgabe des Seilbahnverbandes, die Kleinseilbahnen zu erhalten. Und dazu brauche es die Unterstützung der Freunde. «Wenn eine Bahn einmal weg ist, kommt sie nicht wieder», ist Paul Odermatt überzeugt. Die Arbeit für den Unterstützungsverein nehme mittlerweile schon beinahe das Ausmass seines früheren Gemeinderatsmandates an. «Es vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht Mails beantworte, Berichte lese oder Telefonate führe», sagt er. «Aber das macht mir Spass, was mir erlaubt, die notwenige Energie dafür zu finden.» Energie, die er und seine Mitstreiter im Vorstand brauchen, um den Schwung des ersten halben Vereinsjahres in die Zukunft mitzunehmen. Für 2018 sind bereits drei weitere Bähnlitage geplant, an denen Bahnen im Fokus stehen und sich den Besuchern präsentieren können. Der nächste Bähnlitag ist am 28. Januar im Raum Wiesenberg, Gummen, Wirzweli. Und auch an diversen Veranstaltungen wie Märkten oder Generalversammlungen will der Verein für seine Sache einstehen. Zudem möchte man auch auf politischer Ebene etwas bewirken: «Mit 1000 Unterstützern im Rücken kann der Seilbahnverband in Bern selbstbewusster verhandeln, wenn es um Regeln und Vorschriften geht», ist Odermatt überzeugt.

Sehr beeindruckt habe ihn bei seinem Engagement vor allem eines, meint er zum Schluss des Gesprächs: «Wenn Leute sagen, es sei ihnen nicht egal, was morgen oder übermorgen ist.»

 

Martin Uebelhart

martin.uebelhart@nidwaldnerzeitung.ch

 

Hinweis

Mehr Informationen unter www.seilbahnverband-nw.ch/freunde


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