Ein Heimspiel für HebDiDe

NIDWALDEN ⋅ Der Name ist Programm. Die einheimische Band lässt es mit ihrer Mundart-Tanzmusik krachen. Dem Publikum der Stanser Musiktage wird geraten, sich festzuhalten, da man sonst leicht ins Wanken geraten könnte.
Aktualisiert: 
10.04.2018, 09:00
10. April 2018, 08:14

Amanda Amstad

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Seit über zehn Jahren begeistert die Nidwaldner Musikgruppe HebDiDe kantonales sowie auch ausserkantonales Publikum. Der Musikstil der sechsköpfigen Band ist alles andere als herkömmlich: «Unser Sound ist eine Mischung aus Ska, Reggae und Pop, wobei vieles im Offbeat wurzelt», erklärt Sänger Pius Bucher. «Wir haben schon immer diesen Musikstil gehabt, der eine spezielle Note aus Folk, Balkan aber auch aus der Popmusik trägt», fügt er an.

Damit diese Art von Musik funktioniert, ist die Band auf jedes ihrer Mitglieder angewiesen. Durch die Bläser, Stefan Odermatt an der Trompete und Thomas Käch an der Posaune, entsteht ein aussergewöhnlicher Klang. Aber auch Claudio Koch am Piano, Manuel Barmettler am Schlagzeug und Andreas Waser am Bass wären für den Sänger nicht mehr wegzudenken. Das Geheimrezept für den Erfolg ist laut Bucher nebst dem Nidwaldner Dialekt die Kontinuität der Truppe: «Selten gibt es eine Band, die so lange besteht. Auch bei uns gab es immer wieder Wechsel, jedoch sind drei der Mitglieder seit den ersten Tagen dabei. Durch die jahrelange Zusammenarbeit kann man sich einen Namen in der Musikszene schaffen und als Band wachsen.»

Ein Hobby mit gewissen Ambitionen

Für alle sechs Musiker ist es eine Freizeitbeschäftigung in einer Gruppe zu musizieren, die Zuhörer für einen Moment aus dem Gleichgewicht zu bringen und den Alltag vergessen zu lassen. «Für uns alle ist dies ein Hobby mit gewissen Ambitionen. Finanziell können wir nicht davon leben», meint der 33-jährige Pius Bucher. Weiter fügt er an: «Die Einnahmen aus der Musik investieren wir wieder in unsere Musik und finanzieren uns so CD-Aufnahmen, aber auch professionelle Videoaufnahmen.»

Da viele Leute heutzutage kaum mehr CDs kaufen, man aber trotzdem die Musik den Zuhörer nahebringen möchte, nutzen HebDiDe auch soziale Medien wie Youtube, Facebook oder Instagram. So brachten sie vor kurzem ein Videoclip zu ihrem Song «Kafe Schnaps» heraus. Auch bei dieser Produktion blieben sich die Lokalmatadoren treu und drehten im Jugendkulturhaus Senkel in Stans. «Der Videoclip soll dazu dienen, dass die Leute unsere Musik hören können. Wir verbinden mit dem Verwenden von solchen Medien keine Strategie», sagt Pius Bucher. Auch in Zukunft möchten sie dies beibehalten und weitere Videoclips filmen. So sollen auch Lieder der neuen CD, welche momentan in Arbeit ist und Ende dieses Jahr erscheinen soll, als Videoclips publiziert werden. Mit ihren Videos und Auftritten soll jedoch keine bestimmte Zielgruppe erreicht werden, denn laut dem Sänger soll ihre Tanzmusik sich an alle Leute richten, die Spass haben wollen.

Zum ersten Mal im Hauptprogramm

Aus diesem Grund freuen sich die Nidwaldner auf ihren Auftritt am kommenden Wochenende vor breitgefächertem, heimischem Publikum. Bereits zum dritten Mal darf die Band an den Stanser Musiktagen, welche heute beginnen und bis am Sonntag dauern, ihr musikalisches Können beweisen. Dass der kommende Auftritt jedoch etwas ganz Besonderes ist, verrät uns der Mitgründer der Band: «Dieses Jahr treten wir das erste Mal im Hauptprogramm auf.» Für die ansonsten so routinierte Band, welche so schnell nichts aus der Ruhe bringt, ist die Gefühlslage vor solch einem grossen Auftritt auf der Bühne des Kollegiums St. Fidelis jedoch eine etwas andere. «Wir sind natürlich ein wenig nervöser als sonst. Dies war jedoch noch nie ein schlechtes Zeichen. Je nervöser wir waren, umso besser war der Auftritt», fügt Pius Bucher schmunzelnd hinzu. Nebst der Nervosität überwiegt aber auch die Vorfreude. Bucher zählt die Auftritte der Stanser Musiktage zu den schönsten Momenten in ihrem Bandleben: «Dies sind die dankbarsten Auftritte. Bei den vergangenen zwei Auftritten ist das Zelt jeweils aus allen Nähten geplatzt und die Stimmung im Publikum war super.» Die Musiktage hätten zudem eine besondere Bedeutung: «Für uns ist es das Musikfestival mit der grössten Ausstrahlung.»


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