Gesellschaft Nidwaldner Volksblatt: eine Broschüre zum Abschied

STANS ⋅ Die Gesellschaft Nidwaldner Volksblatt gibt es nicht mehr. Nachdem die Generalversammlung im Vorjahr den Auftrag zur Auflösung erteilt hat, ist diese nun vollzogen worden.
06. November 2017, 08:19

Franz Niederberger

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Im Schlusswort der letzten Präsidentin Marlène Wirthner-Durrer kamen die Emotionen noch einmal zum Ausdruck. «Vom Verstand her ist die Auflösung richtig, aber das Herz blutet.» Vor 94 Jahren sei die Gesellschaft gegründet worden, um das damalige «Nidwaldner Volksblatt» zu retten, «der Zeitgeist hat aber auch uns eingeholt». Ein Hauptanliegen der Gesellschaft war es, der Bevölkerung im Medienbereich eine Meinungsvielfalt zu bieten. Das Scheitern der «Obwalden und Nidwalden Zeitung» (ONZ) 2012 war für Marlène Wirth­ner eine grosse Enttäuschung. Verschiedene Abklärungen für ein Engagement mit Printmedien hätten unbefriedigende Lösungen ergeben und ein Fortbestehen der Gesellschaft nicht mehr gerechtfertigt, sagte sie.

Aus dem Bericht zur Liquidation ist zu entnehmen, dass die Titelrechte und der Liquidationsüberschuss an die Stiftung Bildhauer Hans von Matt in Stans gehen. Die Digitalisierung des «Nidwaldner Volksblatts» wird durch die Kantonsbibliothek vorgenommen. Der Depotvertrag mit dem Staatsarchiv ist in eine Schenkung umgewandelt worden, und die LZ Medien Holding wurde informiert, dass der bestehende Zusammenarbeitsvertrag an besagte Stiftung übergeht.

Für jedes Präsidialjahr gibt’s eine Nelke

Karin Schleifer, stellvertretende Staatsarchivarin, stellte der Versammlung die druckfrische Broschüre «Vom Kampfblatt zum Kopfblatt» vor. Schleifer verfasste diese in Zusammenarbeit mit Max Huber, der im Staatsarchiv Luzern als Archivar tätig ist. Auf 64 Seiten gelang es ihnen eindrücklich, die Geschichte des «Nidwaldner Volksblatts» und der Gesellschaft zu überliefern. Erwähnt werden auch die Arbeiten der Protagonisten wie Hans von Matt, Konstantin Vokinger, Anton Waser oder Werner Flury.

Die letzte Erfolgsrechnung präsentierte Kassierin Clara Mathis. Vizepräsident Rolf Scheuber liess es sich nicht nehmen, die Verdienste von Marlène Wirth­ner-Durrer gebührend zu würdigen. Ein grosser, verdienter Applaus war ihr sicher. Symbolisch überreichte Scheuber ihr 19 Nelken. Sie sind gleichbedeutend mit den Anzahl Jahren, in denen Marlène Wirthner-Durrer als Präsidentin die Fäden der Gesellschaft in den Händen hielt.


Leserkommentare

Anzeige: