Ferienpass ist der grosse Renner

BECKENRIED ⋅ Die Pro Juventute hat Freude am Ferienpass, der sich immer grösserer Beliebtheit erfreut. Auch finanziell steht der Verein gut da – das war nicht immer so.
20. Mai 2017, 10:38

Richard Greuter

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

«Es ist schon ein Privileg, als Mann einen Verein von Frauen zu leiten. Es zeigt aber auch, von wem der grosse Teil der Freiwilligenarbeit geleistet wird.» Mit diesen Worten eröffnete Beat Fuchs am Mittwoch die Generalversammlung der Pro Juventute Nidwalden im Hotel Rössli in Beckenried. In seinen Zielsetzungen widmet sich die Pro Juventute den Kindern und Jugendlichen. «Wir sind uns bewusst, wenn ­irgendwo ein Defizit festgestellt wird, werden wir aktiv werden», meinte der ehemalige Regierungsrat Beat Fuchs in seinem Jahresbericht. Ein solches Defizit besteht in den Sommermonaten, wenn verschiedene Veranstaltungen für Jugendliche ruhen. Für die Pro Juventute Nidwalden ist es die Zeit für den Ferienpass. Neben zahlreichen Frauen sind hier durchaus auch Männer im Einsatz. Im vergangenen Jahr nutzten 698 Kinder die 255 Angebote. Das sind insgesamt 164 mehr als im Vorjahr. Für einen reibungslosen Ablauf sorgten 154 Helferinnen und Helfer.

Warum der Ferienpass eine so grosse Zunahme verzeichnete, weiss auch deren Leiter, Ruedi Walpen, nicht genau. Ist es die vermehrte Medienpräsenz? Oder leisten sich findige Eltern, welche beide berufstätig sind, eine günstige Ferienbetreuung ihrer Kinder? Denn im Juli und August sind die Kindertagesstätten geschlossen, und so besteht, wie es scheint, da tatsächlich ein Mangel.

Für das laufende Jahr rechnet Ruedi Walpen wiederum mit einem Grossaufmarsch: «Seit dem letzten Montag haben wir bereits 450 Anmeldungen.» Die Kinder können sich auf ein grosses Angebot von 295 Veranstaltungen freuen. «Etwas mehr als im vergangenen Jahr», folgerte der Ferienpassleiter Ruedi Walpen. Dazu sucht das OK noch Helferinnen und Helfer. Der finanzielle Aufwand für die Pro Juventute Nidwalden betrug im vergangenen Jahr rund 90000 Franken. Durch Teilnehmer- und Gemeindebeiträge sowie Sponsoren werden diese Kosten gedeckt.

Pro-Juventute-Chräpfli immer beliebter

Der traditionelle Jassnachmittag unter der Leitung von Toni Wigger war wiederum ein Erfolg. ­Ältere Personen aus den Reihen der Pro Senectute vermittelten den Kindern das Geheimnis der richtigen Karte.

Seit Jahren ist der Verkauf der bekannten Pro-Juventute-Briefmarken rückläufig. Erfreulich entwickelte sich der Verkauf des Pro-Juventute-Chräpflis, wie deren Leiterin Silvia Furger berichtete. Rund 10000 Franken erwirtschaftete die Pro Juventute Nidwalden damit. Geld, das sie zum Beispiel für unbürokratische Einzelhilfe bei unverschuldeten Härtefällen leisten kann. Im vergangenen Jahr waren es zwei Gesuche, wo finanzielle Hilfe geleistet wurde. Zudem konnte die Pro Juventute durch Vermittlung von Jugendlichen 15 Familien während 187 Tagen unterstützen. Im vergangenen Jahr hat sie zudem drei Projekte zu Gunsten von Kindern und Jugendlichen unterstützt.

Nach fünf Jahren verabschiedete sich Adrian Wyrsch aus dem Vorstand. An seiner Stelle wählte die Versammlung die 25-jährige Tamara Mathis aus Wolfenschiessen. Mit einem Gewinn von 10000 Franken zeigt sich die Rechnung von Petra Scherer seit einigen Jahren stabil. Für Präsident Beat Fuchs ist dies ein wichtiger Punkt: «Wir sind heute auf einer soliden Basis. Das war in der Vergangenheit nicht immer so.» Für 35-jährige Vereinstätigkeit wurde Uschi Odermatt geehrt. Für 15 Jahre Mithilfe ehrte die Versammlung Cornelia Kesseli. Erika Gisler, Simona Segessenmann, Heinz Reber, Berti Blättler und Silvia Keiser erhielten einen Dank für fünfjähriges Mitwirken.

Hinweis

Die Gewinner des Guetzli-Wettbewerbes: 1. Sara Gabriel, Ennetbürgen; 2. Sandra Zimmermann, Stans; 3. Julia Römer, Ennetbürgen.


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