Für Sanierung des Chäslagers fehlt noch halbe Million

STANS ⋅ Die Höfli-Stiftung sucht noch immer Sponsoren für die Sanierung des Chäslagers. Das Sponsoring läuft weniger gut als erwartet. Der Zeitplan gerät in Verzug. Ohne Sanierung wird die Weiterführung des Betriebs erschwert.
10. Februar 2018, 05:00

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Eigentlich hätte die Höfli-Stiftung als Eigentümerin mit der Sanierung des Chäslagers schon diesen Juni und mit dem Umbau des benachbarten Fluryhauses im April nächsten Jahres starten wollen. Dieser Zeitplan hat sich aber als zu ehrgeizig erwiesen. «Unser Ziel ist bei weitem noch nicht erreicht», sagt Stiftungssekretär Paul Brun. Er spricht damit das Geld an. Von den 600'000 Franken, die man über Sponsoren, Stiftungen, Mäzenen und Gönner zusammenbringen will, kamen seit dem Start vom vergangenen November gerade mal 90'000 Franken zusammen.

Eine Stiftung, drei Institutionen und eine Privatperson haben einen Beitrag zugesichert. Fünf Stiftungen erteilten eine Absage. Doch Paul Brun bleibt zuversichtlich. «Elf Stiftungen haben sich noch nicht entschieden und einige davon haben weitere Auskünfte über die Vorhaben und die Höfli-Stiftung verlangt. Das heisst, sie sind gegenüber dem Projekt grundsätzlich positiv eingestellt.» Vielleicht könnten sich ja weitere Privatpersonen, die dem Chäslager wohl gesinnt seien, für eine Unterstützung begeistern, hofft Paul Brun.

Erst, wenn das fehlende Geld komplett beschafft ist, soll die rund sechsmonatige Sanierung starten. Paul Brun hofft, dass das diesen Sommer der Fall sein wird, wenn es im Chäslager keine Veranstaltungen gibt.

In die Jahre gekommen und nicht behindertengerecht

Dass gehandelt werden müsse, stehe ausser Frage. «Wir können in diesem Zustand den Betrieb nicht für mehrere Jahre weiterführen.» Das Gebäude sei in die Jahre gekommen, nicht behindertengerecht und auch in Sachen Brandschutz nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Um einen behindertengerechten Zugang zum dreistöckigen Gebäude zu ermöglichen, soll ein Lift eingebaut werden. Mit der Sanierung des Daches – die Ziegel werden brüchig – sind ebenso energetische und schalltechnische Verbesserungen vorgesehen. Weiter ist aus Brandschutzgründen eine zweite Fluchttreppe notwendig, zudem soll der oberste Stock mit neuer Bühnentechnik versehen und die Küche von der untersten in die mittlere Etage verlegt werden.

Pro Jahr werden rund 15 Konzerte, 10 Theater und zwei Ausstellungen, Lesungen und andere Anlässe durchgeführt. Die bekannte Maskentheatergruppe Mummenschanz, die Schweizer Band Les Sauterelles oder der Musiker Stephan Eicher traten in diesem Lokal ebenfalls schon auf, welches der Verein Chäslager seit 51 Jahren betreibt.

Ins Fluryhaus soll wieder Leben einkehren

Das benachbarte baufällige, derzeit leer stehende Fluryhaus, das die Stiftung 1981 erwarb, soll ebenfalls einer kulturellen Nutzung zugeführt werden. Vorstellbar ist etwa eine Galerie mit jährlich acht bis zwölf Ausstellungen von regionalen Künstlern. Die Stiftung rechnet mit Investitionen von rund 450'000 Franken.

Für die Erneuerungen des gesamten Ensembles werden Kosten in der Höhe von 1,3 Millionen Franken erwartet. Neben den Beiträgen aus dem Spendenaufruf will die Stiftung eine Hypothek von 500'000 Franken aufnehmen. Hinzu kommen je 100'000 Franken vom Kanton und der Gemeinde Stans und ein Betrag des Historischen Vereins, sodass noch maximal 600'000 Franken über Sponsoren aufgetrieben werden müssen.

Kein Sanierungsbedarf besteht zurzeit für das dritte Gebäude des Ensembles, die Rosenburg, wo die Wirtschaft zur Rosenburg und das Literaturhaus Zentralschweiz untergebracht sind. Dieses Gebäude wurde zwischen 1975 und 1982 restauriert. In den vergangenen zehn Jahren wurden grössere Investitionen getätigt. So wurden die Heizung, die Kühlanlagen und der Warenlift modernisiert. In den nächsten Jahren soll in die Elektrik und in einen neuen Lift investiert werden.


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