Geimpfte stecken niemanden an

NIDWALDEN ⋅ Wegen der Infektionskrankheit Grippe suchen bis zu 300000 Personen jährlich in der Schweiz einen Arzt auf. Volker Zaugg, Vorsteher Gesundheitsamt Nidwalden, gibt Tipps zur Prävention.
02. November 2017, 05:00

Volker Zaugg, wie kann ich einer Grippe-Infektion vorbeugen?

Wichtig ist es, dass Sie Ihr persönliches Immunsystem stärken. Das tun Sie am besten mit regelmässiger Bewegung, genügend Schlaf und einer ausgewogenen Ernährung.

Dennoch besteht immer die Möglichkeit, sich bei infizierten Personen anzustecken. Wie kann ich dies vermeiden?

Besonders grosse Menschenansammlungen auf engem Raum und wenig beluftete Räume begunstigen die Ausbreitung. Die Grippeviren ubertragen sich entweder direkt uber Tröpfchen, die ubers Niesen, Husten und Sprechen verbreitet werden, oder indirekt uber den Kontakt mit kontaminierten Oberflächen wie Beispiel Turklinken oder Touchscreens.

Viele Infektionen werden also durch die Hände übertragen.

Stimmt. Sie transportieren die Bakterien und Viren zum Gesicht und damit zu den Körperöffnungen wie Mund und Nase. Deshalb ist es empfehlenswert, sich oft die Hände zu waschen – insbesondere vor und nach den Mahlzeiten sowie nach der Toilettenbenutzung – und dies mit einer Händedesinfektion zu unterstützen.

Gegen Grippe kann man sich auch impfen lassen. Wie wirksam ist dieser Weg?

Die Impfung ist eine der wirksamsten Methoden, sich vor einer Grippe zu schutzen. Sie empfiehlt sich vor allem für ältere Menschen, chronisch Kranke mit Diabetes, Asthma oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ferner auch für medizinisches Personal in Arztpraxen, Spitälern oder Pflegeheimen sowie Menschen, die daheim kranke Patienten betreuen. Damit der Aufbau der Immunität rechtzeitig erfolgen kann, sollte die Impfung zwischen Mitte Oktober und Mitte November vorgenommen werden.

Viele Menschen fürchten sich vor den Nebenwirkungen einer Impfung. Was sagen Sie ihnen?

Bisher hat man selten von ernsten, unerwünschten Impferscheinungen gehört. Höchstens mal geringe lokale Reaktionen oder leichte Schmerzen rund um die Einstichstelle. Tatsache ist aber, dass die Risiken einer Impfung sicher viel kleiner sind als jene, die eine Grippeerkrankung mit sich bringt. Zudem gilt es zu bedenken: Mit einer Grippeimpfung senkt man nicht nur das Risiko, sich selber anzustecken. Wer sich impfen lässt und gesund bleibt, kann auch niemanden anstecken.

Morgen Freitag ist nationaler Grippeimpftag. Wie kann ich davon profitieren?

An diesem Tag besteht die Möglichkeit, sich in der Apotheke im Länderpark oder in elf Arztpraxen im Kanton Nidwalden* unangemeldet zu einem günstigen Pauschalpreis gegen die Grippe impfen zu lassen. Personen uber 65 Jahren und solchen mit chronischen Erkrankungen werden die Kosten der Impfung von den Krankenkassen zuruckerstattet, sofern die Franchise bereits erreicht wurde.


Interview: Alex Piazza

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

 

Die in unserem Interview angesprochene Möglichkeit zur unangemeldeten Impfung am morgigen Freitag (nationaler Grippeimpftag) besteht auch in neun Obwaldner Arztpraxen. Die Liste aller Ärzte finden Sie hier:

nidwaldnerzeitung.ch/bonus


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