Gesegneter Kräutertee holt ersten Platz

NIDWALDEN ⋅ Entfettungstee, Lungentee, Nerventee: Die Benediktinerinnen des Klosters Maria Rickenbach haben gegen manche Beschwerde das richtige Kraut. Für ihren Erfolg wurden sie nun von Nidwalden Tourismus ausgezeichnet.
03. November 2017, 05:00

Franziska Herger

franziska.herger@nidwaldnerzeitung.ch

Die Benediktinerinnen des Klosters Maria-Rickenbach kennen sich aus mit Tee. «Die ersten Schwestern fingen 1914 mit der Herstellung in der Klosterkräuterei an», erzählt «Kräuterschwester» Maria Brigitta Graf. Heute bietet der Klosterladen zehn verschiedene Teesorten an. Mit Erfolg: Der Alpenkräuter-Tee wurde von Nidwalden Tourismus zum «Naturerlebnis des Jahres 2017» gekrönt. Mutter Priorin M. Jacinta Rohner freut sich: «Es ist schön, dass der Alpenkräutertee so beliebt ist und die Leute gerne in den Klosterladen kommen.»

40 Nidwaldner Naturerlebnisse kämpften um den Titel, von der Risleten-Schlucht in Beckenried über den Hexenweg auf Wirzweli bis zum Stand-up-Paddling in Buochs. Naturliebhaber konnten drei Erlebnisse auswählen und sich den Besuch stempeln lassen, mit Aussicht auf ein Geschenk bei Einsendung einer vollen Stempelkarte. Der Klosterladen liess die Mitstreiter mit 393 dokumentierten Besuchen weit hinter sich. Maria-Rickenbach errang mit seinen Feuerstellen auch gleich den zweiten Platz, gefolgt vom Alpenblumenweg auf der Klewenalp und der Musenalp oberhalb von Maria-Rickenbach auf dem vierten Platz.

Schwestern sammeln die Kräuter selber auf der Alp

Volkswirtschaftsdirektor Othmar Filliger sah den Gewinn denn auch als Auszeichnung für den sanften Tourismus in der ganzen Gegend. «Die Bahn, das Kloster, das Pilgerhaus und auch die umliegenden Gegenden wie die Musenalp spielen sehr gut zusammen.» Zum Sieg überreichte er der Mutter Priorin eine glänzende Messingtafel, die nun am Eingang des Klosterladens auf dem Weg von der Seilbahnstation zur Wallfahrtskirche Besucher willkommen heissen wird.

«Ladenschwester» M. Christina Merkli verkauft neben Tee auch Produkte aus der Klosterapotheke wie den Goldlikör, hergestellt von der «Likörschwester» M. Franziska Bucher. Getreu ihrem Leitsatz «Ora et labora» nehmen die Benediktinerinnen ihre Aufgaben ernst. Die Kräuter für den Tee sammelt Kräuterschwester M. Brigitta zusammen mit freiwilligen Kräuterhilfen von April bis September auf den umliegenden Alpen. «Der Tee wird jeweils gesegnet», erklärt sie. Und Schwester M. Christina fügt an: «In diesem Laden verkaufen wir nichts, was nicht gesegnet ist – ausser der Schokolade.» Teurer sind die gesegneten Artikel nicht. «Im katholischen Glauben ist es verboten, mit der Segnung Geld zu machen», erklärt die Mutter Priorin.

Die Teesorten vom Entfettungstee zur Entschlackung über den Lungentee bei Asthma bis zum Nerventee gegen Einschlafstörungen werden auf Bestellung auch versandt. Schwester M. Brigitta sieht das Erfolgsrezept des Alpenkräutertees in seiner Natürlichkeit. Erna Blättler-Galliker, Geschäftsleiterin von Nidwalden Tourismus, stimmt zu: «Der Tee ist authentisch und durch die Segnung etwas ganz Spezielles.»

Tourismuspartner helfen sich gegenseitig

2300 Besucher verbuchte Nidwalden Tourismus bei den 40 Naturerlebnissen. «In Wahrheit waren es aber wohl noch viel mehr», sagt Blättler. Schliesslich seien nicht alle Karten eingesandt worden, und nicht alle Gäste hätten gleich drei Orte besucht. 70 Prozent der Besucher kamen aus Obwalden und Nidwalden und weitere 25 Prozent aus dem Raum Luzern. «Mit dem Stempelsystem machen die einen Tourismuspartner für die anderen Werbung», so Blättler. «So hilft man sich gegenseitig.»

Dem Naturerlebnis des Jahres 2017 waren die Feuerstelle, die Aktivität, die Aussicht und 2013 mit der Luftseilbahn Dallenwil-Niederrickenbach die Seilbahn des Jahres vorausgegangen. «Das Thema im nächsten Jahr lautet ‹Velo›», so Blättler. «Mehr kann ich aber noch nicht verraten.»


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