Gross und Klein läutet die Adventszeit ein

ENNETBÜRGEN ⋅ Am vergangenen Wochenende hallten am Bürgenberg zum 59. Mal die Glocken wider. Rund 750 Mitwirkende nahmen am traditionellen Chlauseinzug teil.
03. Dezember 2017, 19:03

Aufgeregte Stimmen reden durcheinander. «Wo ist meine Nummer? Wo müssen wir hin?» Gross und Klein versammelt sich in den Strassen, weiss gekleidet, mit Laternen oder Trycheln. ­Kinder lachen fröhlich, und von der Ferne erklingt ein beschwingtes «Jingle Bells». Die Kinder sind nervös und freuen sich, gemeinsam mit den Erwachsenen am Umzug teilnehmen zu können.

Auch diese machen sich bereit und suchen ihre Gruppen. Yffelen-Träger Roland Odermatt steht schon neben seinen beiden selbstgemachten Yffelen. Mindestens dreihundert Stunden braucht es, bis ein solches Wunderwerk bereit ist für die Strasse. Roland Odermatt ist stolz, sein Werk zu zeigen und Licht zu verbreiten in der Dunkelheit.

Geiseln klopfen in der Dunkelheit

Es ist sieben Uhr am vergangenen Samstagabend in Ennetbürgen, die Kirchenglocken läuten. Alle warten gebannt und ruhig auf den Beginn des Umzugs. Zehn Minuten später geht das Licht aus, die Kirchenglocken verstummen, und Geiseln klopfen in der Dunkelheit. Fackeln und Laternen erleuchten die umstehenden Gesichter, und die Trycheln hallen vom Bürgenberg wider. Majestätisch wirken die rund zwanzig Yffeln auf den kräftigen Schultern. Kleine «Engel» tragen ihre selbstgebastelten Laternen und rufen stolz ihren Eltern zu. Auch der Chlaus winkt den Anwesenden von seinem Wagen her. Zweimal präsentieren sich die Mitwirkenden in allen Farben und Klängen, bevor der Umzug vor der Kirche endet. Hell beleuchtet von Lichterketten und vom Licht der Laternen der Engel richtet sich der Samichlaus an das Volk. Bedächtig trägt er sein Gedicht vor und bekundet seine Freude am «Einzug am Birgä – das Dorf, das mir gefällt». Schliesslich verabschiedet er sich und macht sich auf den Weg zu den Familien. So wie der Umzug Gross und Klein vereinte, hofft auch er, noch grössere Kinder bei seinen Hausbesuchen anzutreffen.

 

Flavia Niederberger

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch


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