Auch das muss geübt werden: Grosser Rettungseinsatz in der Badi

HERGISWIL ⋅ Ein Bootsunfall mit vielen Verletzten: Die Badi wurde für einmal zum Schauplatz einer aufwendigen Übung. 60 Personen standen in einem erkenntnisreichen Einsatz.
16. September 2017, 05:00

Richard Greuter

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Bei der Hergiswiler Badi rast ein privates Motorboot mit hoher Geschwindigkeit in zwei angebundene Boote mit Personen drin. 16 Personen werden zum Teil schwer verletzt. Bei den drei Motorbooten entsteht Totalschaden.

Was sich wie eine Unfallnachricht liest, ist das Szenario der diesjährigen Rettungsübung der Nidwaldner Notorganisation. Für Übungsleiter Adrian Hochstrasser, stellvertretender Leiter Rettungsdienst des Kantonsspitals Nidwalden, ist diese alljährliche Übung ein wichtiger Einsatz: «Wir wollen die Organisation beüben, die es selten braucht, aber bei grösseren Ereignissen notwendig ist.» Ein grösseres Ereignis, wie in der vergangenen Woche beim Zugunglück in Andermatt, liegt vor, wenn bei einem Unfall mehr als 20 Personen verletzt sind.

Flinke Hände zauberten eine Infrastruktur

Bei der Rettungsübung am vergangenen Donnerstagabend waren insgesamt 60 Personen der Notorganisation Nidwalden, des Rettungsdienstes und der Polizei im Einsatz. Die insgesamt 16 Verletzten, die vorher fein säuberlich vorbereitet worden waren, lagen verstreut in der Badi, wo das Unglücksszenario begann. Innert kürzester Zeit war die notwendige Infrastruktur bereit. Flinke Hände stellten fünf Zelte für den Noteinsatz auf, versahen sie mit Strom, Beleuchtung und Heizung. Zwei Rettungssanitäter machten sich sogleich an die Betreuung der Verletzten, liessen sie in ein erstes Zelt transportieren, wo die Schwere der Verletzung festgestellt wurde. In drei weiteren Zelten kümmerten sich Ärzte, Fachpersonal und Samariter der Notorganisation um die Patienten. Danach wurden die Verletzten von der Kantonspolizei identifiziert und für den Transport in umliegende Spitäler vorbereitet.

Per Heli in die Universitätsklinik

Unter diesen Verletzten war auch Claudia Waser. Neben grossen Schnittwunden hatte sie einen kaum mehr spürbaren Puls und war bewusstlos. Nachdem Fachleute ihre Schnittwunden notfallmässig versorgt und die Atmung künstlich sichergestellt hatten, war die junge Frau bereit für den Transport. Wäre dieser Unfall tatsächlich passiert, wäre sie nach der Erstversorgung unverzüglich per Heli in die Uniklinik nach Zürich geflogen worden. «Es war spannend, ich hätte gerne die Augen geöffnet», sagte sie gegenüber unserer Zeitung. Seit mehr als 30 Jahren ist der Beckenrieder Josef Käslin im Rettungswesen, primär in der Logistik tätig und müsste eigentlich alles kennen. Doch auch er meinte: «Es ist sehr lehrreich. Man muss das Wissen immer wieder auffrischen.»

Aufgabenbereiche besser trainieren

Zufrieden mit dem Ablauf zeigte sich Adrian Hochstrasser. «Am Anfang dauert es immer eine Weile, bis es anläuft. Die Zusammenarbeit war sehr gut», lobte der verantwortliche Übungsleiter. «Vielleicht», so der Wunsch von Hochstrasser, «müsste man gewisse Aufgabenbereiche etwas besser trainieren.» Seit diesem Jahr liegt die operative Führung der Notorganisation Nidwalden beim Rettungsdienst des Kantonsspitals Nidwalden. Vorher war sie bei der Gesundheits-direktion angegliedert. Für Adrian Hochstrasser sei es ein Vorteil, das strategische Fragen im Kantonsspital angegangen werden können.

Hinweis

Die Notorganisation sucht engagierte Personen für die Logistik. Wer gerne bei Infrastruktur-Aufbau und Patiententransport mitwirken möchte, kann sich bei Adrian Hochstrasser melden. E-Mail: adrian.hochstrasser@ksnw.ch

  • Neue Luzerner Zeitung AG
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Bei der Badi in Hergiswil entstand ein folgenschwerer Bootsunfall mit zahlreichen Verletzten. Dieses Unfallszenario war Gegenstand einer Übung der Nidwaldner Notorganisation.


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