Heinz Keller mit Vorwürfen konfrontiert

NIDWALDEN ⋅ Der ehemalige Leiter der Gastronomie auf dem Stanserhorn wollte den Verwaltungsratspräsidenten abberufen lassen. Über den Antrag stimmte die Generalversammlung dann doch nicht ab. Er wurde zurückgezogen.
14. April 2018, 05:00

Martin Uebelhart

martin.uebelhart@nidwaldnerzeitung.ch

Ein aussergewöhnlicher Punkt stand gestern auf der Traktandenliste der Generalversammlung der Stanserhorn-Bahn. Verlangt wurde die Abberufung von Verwaltungsratspräsident Heinz Keller. Eingereicht wurde der Antrag von Robert Schuler. Er hatte bis im Herbst 2016 die Gastronomie auf dem Berg geleitet. Heinz Keller habe seine Vorgesetzten und Sorgfaltspflichten gleich zweimal gravierend vernachlässigt, sagte Schuler in der Begründung seines Antrags. Vor etwa elf Jahren habe Keller den Antrag gestellt, den vormaligen technischen Leiter wegen Differenzen mit dem Direktor nach 20 Dienstjahren zu entlassen. Im Oktober 2016 habe Keller drei Wochen vor Saisonende beantragt, das Arbeitsverhältnis mit Schuler nach 15 Jahren wegen Meinungsverschiedenheit mit dem Direktor über die kulinarische Qualität unter dem neuen Küchenchef zu beenden. Mit den Anträgen habe er Direktion und Verwaltungsrat in die falsche Richtung geführt. Bereits bei der Vorstellung der Jahresrechnung hatte Schuler das Wort ergriffen und das Ergebnis des Restaurants Rondorama kritisiert. Der Einbruch um rund 50 Prozent 2017 verglichen mit dem Vorjahr sei ebenfalls dem Verwaltungspräsidenten anzulasten.

«Wir standen vor anderthalb Jahren vor der Situation, dass es unüberbrückbare Differenzen gegeben hat in der Ausrichtung und in der Art, wie wir den Betrieb in die Zukunft führen, insbesondere auch das Rondorama», sagte Heinz Keller vor den rund 650 Aktionären in der Stanser Turmatthalle. Man habe nach dem Jahr 2016, in dem man an eine Grenze gekommen sei, bewusst das Personal ausbauen wollen. Das habe Mehrkosten verursacht.

Sonja Theiler neu im Verwaltungsrat

Der Entscheid, das Arbeitsverhältnis mit Schuler aufzulösen, sei durch den ganzen Verwaltungsrat gefällt worden. Auch in Zusammenhang mit dieser Kündigung sei es zu Mehrkosten gekommen. Man habe am Ende mit Robert Schuler eine Lösung gefunden. Vizepräsident Thomas Hochreutener musste gleichwohl keine Abstimmung zur Abberufung des Verwaltunratspräsidenten durchführen. Robert Schuler zog am Ende seiner Begründung angesichts der fortgeschrittenen Zeit seinen Antrag zurück. «Es ist jetzt alles gesagt», hielt er fest.

Neu in den Verwaltungsrat wurde gestern Sonja Theiler aus Schenkon gewählt. Sie arbeitet als Personalchefin bei der Zentralbahn. Mit Sonja Theiler wolle man den Verwaltungsrat im Bereich Personalwesen verstärken, sagte Heinz Keller. «Mit den gut 163000 Besuchern sind wir sehr zufrieden», sagte Direktor Jürg Balsiger bei der Vorstellung des Jahresergebnisses. In den beiden Vorjahren waren es jeweils rund 20000 Gäste mehr. Diese Ergebnisse seien auf Spezialaktionen zurückzuführen gewesen.

Die Stanserhorn-Bahn kann einen Cashflow von etwas über 1,8 Millionen Franken ausweisen. Der Bilanzgewinn von fast 94 800 Franken wird bis auf 5000 Franken an die gesetzliche Reserve auf die neue Rechnung vorgetragen. Bereits viel weiter als im Businessplan vorgesehen ist die Bahn bei der Rückzahlung von Fremdkapital, das für den Bau der Cabrio-Bahn aufgenommen worden war. Dieses Jahr feiert die Stanserhorn-Bahn ihr 125-Jahr-Jubiläum. Dazu sind verschiedene Anlässe geplant, Höhepunkt ist am 18. August ein grosses Fest in Stans.

Hinweis

Informationen zum Jubiläum: www.cabrio.ch


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