«Ich dachte erst an ein Spam-Mail»

NID-/OBWALDEN ⋅ Unermüdlich kämpfen sie für den Erhalt ihres Kulturgutes. Dafür erhielten die Trachtenvereinigungen den Anerkennungspreis der Albert-Koechlin-Stiftung.
13. Januar 2018, 08:43

Die Albert-Koechlin-Stiftung hat am Donnerstag in Luzern zum neunzehnten Mal Anerkennungspreise verliehen (siehe Ausgabe von gestern). Zu den Gewinnern gehören diesmal auch die kantonalen Trachtenvereinigungen von Nidwalden, Obwalden, Uri, Schwyz und Luzern. Sie erhalten je 15000 Franken. «Sie setzen sich durch ihr Wirken für den Erhalt und die Förderung der Volkskultur ein und tragen so zu einer Bereicherung des sozialen Lebens bei», heisst es in der ­Medienmitteilung der Albert-­Koechlin-Stiftung.

Willy Schuldt, Präsident der Nidwaldner Trachtenvereinigung, kann es noch immer kaum fassen. «Ich dachte erst an ein Spam-Mail, als ich die Nachricht erhielt. Auch meine Kollegen der befreundeten Trachtenvereinigungen waren völlig überrascht und sehr erfreut.» Der Preis sei eine grosse Anerkennung für die unermüdliche, ehrenamtliche Pflege eines wertvollen Kultur­gutes und Brauchtums durch die vier Nidwaldner Trachtengruppen (Trachten Stans, Trachtengruppe Buochs, Beggrieder Trachteleyt und Trachtengruppe Ennetbürgen) mit gesamthaft rund 230 Mitgliedern. Als Beispiele erwähnt er den im Jahr 2015 durchgeführten «Trachtä-Handwärks-Tag» auf Maria-­Rickenbach oder das letztjährige Unspunnenfest in Interlaken.

Geld für Kinder- und Jugendförderung

Der finanzielle Zustupf helfe beim Betreiben des Brauchtums ganz enorm. «Mit einem Teil des Geldes wollen wir die Innerschweizer Trachtentanz-Kommission sowie die Kinder- und Jugendförderung unterstützen», so Willy Schuldt. Zudem soll mit dem Preisgeld auch der Erhalt der Trachten sichergestellt werden. Details stünden aber noch nicht fest.

«Uns haben die Worte gefehlt», sagt Sepp von Flüe, Präsident der Obwaldner Trachten- und Volkslieder-Vereinigung. «Wir waren insbesondere überrascht vom Preis, da unser Brauchtum in der Öffentlichkeit selten so direkt wahrgenommen wird.» Ein Teil der 15000 Franken kommt den sieben Trachtengruppen im Kanton mit ihren gesamthaft gegen 300 Mitgliedern zugute sowie der Innerschweizer Trachtentanz-Kommission. Der Rest werde für Projekte auf die Seite gelegt – vor allem für die Nachwuchsförderung, eventuell auch für die Überarbeitung der kantonalen Homepage.

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch


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