«Los Problemlos» verzaubert Fasnächtler

NIDWALDEN ⋅ Wo sie an der Fasnacht auftritt, flippen die Leute aus. Die Konzerte der Nidwaldner Band Los Problemlos sind seit 28 Jahren ein spezielles Erlebnis – auch für Nicht-Fasnächtler.
06. Februar 2018, 07:59

Kurt Liembd

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

An der Fasnacht gibt es unzählige Guuggen und andere musikalische Gruppen, die musikalisch oft austauschbar sind und ganz unterschiedliche Niveaus aufweisen. Ganz sicher nicht austauschbar und nicht vergleichbar ist die Nidwaldner Band Los Problemlos. Dies zum einen, weil sie auf höchstem Niveau spielt und zum andern, weil sie in der Grundbesetzung bei der Gründung eine mexikanische Mariachi-Band verkörperte. Mariachi – das bedeutet Lebensfreude in Form von ganz unterschiedlichsten Stilen von Tanzmusik.

Nicht umsonst wurde die Mariachi–Musik 2011 von der Unesco in die repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. In Mexiko ist Mariachi fester Bestandteil der Volkskultur, und es gibt kaum einen Anlass, an dem diese Musik nicht ertönt – Verlobung, Hochzeit, Taufe, Prozessionen, in Restaurants, auf öffentlichen Plätzen, in Einkaufszentren und fast überall. Und jetzt auch in der Innerschweiz dank Los Problemlos. In den letzten Jahren kam zusätzlich Musik aus dem Balkan sowie Gesang dazu. Auch dies ist exklusiv, denn welche andere Band bietet an der Fasnacht schon Musik aus dem Balkan?

Musikprofessor als Bandleader

Gegründet wurde die Formation 1990 als Nachfolgeband der legendären Marks Brothers, welche in den 80er-Jahren in der Fasnachtsszene für Furore sorgte. Stilistisch war keine Musikrichtung vor ihnen sicher – vom New Orleans-Jazz bis zum Ländler, interpretiert immer auf recht eigenwillige Art und auf professionellem Niveau. Die Attribute «eigenwillig» und «professionell» sind auch bei Los Problemlos geblieben und dies seit nunmehr 28 Jahren.

Ein Blick auf die zurzeit elf Bandmitglieder zeigt, dass hier keine Feierabend-Guugger am Werk sind, sondern teilweise professionelle Musiker. So ist Bandleader Markus Würsch, ein gebürtiger Emmetter, Professor für Trompete an den Musikhochschulen Luzern und Bern. In der Vorfasnachtszeit arrangiert er jedes Jahr in unzähligen Stunden die neuen Stücke. Über die Fasnachtstage ist er dann mit seiner Powerband Los Problemlos unterwegs. Für Markus Würsch ist dies sozusagen Erholung, denn dann darf auch er sich musikalisch mal «austoben».

An den Proben herrscht ein kreatives Chaos

Nebst Bandleader Markus Würsch (Trompete) und seinen beiden Geschwistern Kristin (Trompete) und Armin (Posaune) gehören auch folgende Mitglieder zur Band: Roland Klaus (Trompete), Regula Bieri und Joe Klingelhoffer (Posaunen), Fredy Breitschmid, Beat Barmettler und Nicolai Klohk (alle Perkussion), Hubi Würsch (Bassgitarre) und Yehudi Poblete (Gitarre). Ihr Repertoire ist, wie erwähnt, sehr vielseitig und umfasst neben Mariachi-Musik und Volksmusik aus dem Balkan auch südamerikanische Tanzmusik wie Calypso, Salsa, Samba, Merengue, Mambo und Cumbia. Auch wenn alle sehr gut ausgebildete Musiker sind – ganz ohne Proben geht es nicht. So finden vor der Fasnacht mehrere Treffen in Ennetbürgen statt. «An den Proben herrscht oft ein kreatives Chaos», sagt Armin Würsch mit scherzhaftem, aber positivem Unterton.

Wer die Band kennt, nimmt vor allem deren Kreativität wahr, gepaart mit beispielloser Brillanz und technischem Können aller Spieler. Zu ihnen gehört von Anfang an der Ennetbürger Lehrer, Musiker-Dirigent und klassische Sänger Armin Würsch. Zur Philosophie meint seine Schwester Kristin Würsch, ebenfalls ein Bandmitglied der ersten Stunde: «Mit dieser Form von Beizenmusik möchten wir einen Gegenpol zur Strassenfasnacht setzen.» Und weiter: «Wir wollen einfach fröhliche und lustige Musik machen, im Vordergrund steht die Fasnacht.»

Hinweis

Auf Youtube sind mehrere Aufnahmen zu finden. An der Fasnacht tritt die Band Los Problemlos unter anderem an folgenden Orten auf: Donnerstag, 8. Februar, 18 Uhr, Stans, Buffet LSE (Café Christen); 21.30 Uhr, Stans, Restaurant Tell; Samstag, 10. Februar, ab 19.30 Uhr, Gersau, Gasthaus Tübli; Montag, 12. Februar, 20 Uhr, Stans, Hotel Engel; 00:30 Uhr, Luzern, Hotel Schweizerhof; Dienstag, 13. Februar, 21 Uhr, Luzern, Wirtshaus Reussfähre.


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