Mädchenfussball ist Dauerbrenner

NIDWALDEN ⋅ Beim Ferienpass können Mädchen unter sich «tschutten». Und sie sind mit Spass dabei – egal, ob es die ersten Versuche sind oder ein ausgewachsenes Hobby.
09. August 2017, 08:11

Martin Uebelhart

martin.uebelhart@nidwaldnerzeitung.ch

Auf dem Sportplatz des Schulhauses Pestalozzi in Stans rennen 20 Mädchen Fussbällen nach. Sie laufen mit den Bällen im Kreis und üben das Dribbeln und Passen. Einigen sieht man an der Ausrüstung an, dass sie nicht zum ersten Mal in Kontakt mit der Sportart sind, andere machen ihre ersten Kickversuche. Die 7- bis 12-jährigen Ferienpass-Teilnehmerinnen sind sichtlich mit Spass dabei und lassen sich gerne von Eva-Maria Spieler und Petra von Holzen den einen oder anderen Trick zeigen. Die beiden Leiterinnen spielen in der Damenmannschaft des FC Stans. «Das Wichtigste ist, dass jedes Mädchen auf seinem individuellen Stand das Fussballspielen ausprobieren kann», sagt Eva-Maria Spieler (18). Für jene, die noch kaum Erfahrungen hätten, sei es wichtig, ein Gespür für den Ball zu bekommen. Jene, die schon Kenntnisse hätten, sollen einfach Spass haben und den Kleineren und Unerfahreneren etwas zeigen können.

Vor dem Match heisst es üben

Im ersten Teil des Vormittags vermitteln die Leiterinnen auch Grundlegendes. «Die Mädchen sollen sehen, dass es nicht nur darum geht, einen Match zu spielen, sondern dass auch Übungen und das Aneignen von Techniken dazu gehören», sagt die 24-jährige Petra von Holzen. «Wenn wir dann einen Match spielen, schauen wir darauf, dass die Teams einigermassen ausgeglichen sind, was die Stärken der einzelnen Spielerinnen betrifft.

«Für die Mädchen ist wichtig, dass sie es einfach einmal probieren», findet Eva-Maria Spieler. Es seien einige am Morgen gekommen und hätten gesagt, es sei megacool, einmal nur mit Mädchen zu spielen. Wenn sie mit den Buben spielten, erhielten sie kaum je den Ball, oder die würden so stark schiessen. Petra von Holzen meint, die Mädchen seien in dem Alter, in dem sie herausfinden möchten, was ihnen gefällt und welchen Sport sie ausüben möchten. «Viele haben ja auch noch andere Hobbys.» Sie selber sei 12 gewesen, als sie seinerzeit beim SC Buochs mit Fussball angefangen habe. Entdecken die beiden auch weibliche Fussballtalente? «Wir hoffen es natürlich», meint Petra von Holzen. «Wir können immer wieder Mädchen brauchen, die den Fussball für sich entdecken und vielleicht eines Tages in der Damenmannschaft spielen.»

Eines der Mädchen auf dem Platz ist die 12-jährige Chiara Waibel. Sie spielt seit drei Jahren beim FC Stans. «Es macht mir Spass», sagt sie. So sehr, dass sie auch das Ferienpass-Angebot nutzt. Zum Fussball ist sie durch ihren Vater gekommen. Eben ging die Europameisterschaft im Frauenfussball zu Ende. Chiara hat mit den Spielerinnen eher weniger mitgefiebert. «Ich verfolge lieber Männerfussball», sagt sie dazu. Und bei den Männern ortet sie auch ihre Vorbilder.

Zweimal gab es diesen Sommer im Ferienpass das Angebot für Mädchenfussball. «Das zieht immer», sagt Ferienpass-Leiter Ruedi Walpen. «Das Angebot ist immer ausgebucht, und das seit Jahren», sagt er. Das Interesse am Frauenfussball sei offenbar vorhanden, das habe man jetzt eben wieder bei der Europameisterschaft sehen können.


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