Mehr Züge für Frühaufsteher zwischen Wolfenschiessen und Luzern

NIDWALDEN ⋅ Am Morgen soll es eine neue S-Bahn-Verbindung von Wolfenschiessen nach Luzern geben. Diese ist im Rahmenkredit für den öffentlichen Verkehr enthalten.
08. August 2017, 04:38

Für die Nidwaldner Nutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln ist das aktuelle Bahn- und Busangebot offenbar ausreichend. Das zeigte auch die letzte der alle zwei Jahre durchgeführten Umfrage. Obschon inzwischen deutlich mehr Leute als noch vor wenigen Jahren mit Zug oder Postauto unterwegs sind, konnte das hohe Niveau der Gesamtzufriedenheit gehalten werden. Auch deshalb folgert der Kanton, dass «in den Jahren 2018 und 2019 kein Bedarf an grösseren Angebotserweiterungen besteht», wie es im Bericht zum Rahmenkredit für ÖV-Abgeltungen in den kommenden zwei Jahren heisst.

Ganz untätig bleibt man aber nicht. So ist für Pendler eine zusätzliche S-Bahn-Verbindung am frühen Morgen von Wolfenschiessen nach Luzern vorgesehen – mit Anschluss nach Basel (5.55 Uhr) und Bern (6 Uhr). Zudem soll es drei zusätzliche Kurspaare auf der Busstrecke zwischen Wolfenschiessen und Oberrickenbach geben, «um den wachsenden Bedürfnissen des Tourismus im Raum Bannalp gerecht zu werden».

Obergrenze des Landrats kann eingehalten werden

Eine andere Postautolinie indes bereitet weiterhin Sorgen: Stans–Oberdorf–Büren. Sie weist zu geringe Frequenzen auf. Es hätten Gespräche mit der Gemeinde Oberdorf stattgefunden, um Verbesserungen zu erzielen, hält der Kanton fest. Insgesamt zeigt die Tendenz auf dem gesamten ÖV-Streckennetz aber nach oben. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 2 Millionen Fahrgäste auf den Postautolinien in Nidwalden gezählt – eine Premiere. Zwischen 2006 und 2016 konnten die Passagierzahlen um 71 Prozent gesteigert werden, die Zunahme der Kurskilometer betrug 35 Prozent. Auf dem Schienennetz zwischen Luzern und Engelberg erhöhte sich die Zahl der Fahrgäste in den vergangenen zehn Jahren gar um 76 Prozent. Der ÖV-Anteil an zurückgelegten Distanzen stieg zwischen 2010 und 2015 von 12,2 auf 18,1 Prozent.

Zurück zum Rahmenkredit für die Bestellung des Bahn- und Busangebots für 2018 und 2019. Dieser liegt bei 14,4 Millionen Franken für beide Jahre und damit leicht unter dem jährlichen Schnitt von zuletzt rund 7,3 Millionen Franken. Damit kann auch der Richtwert von jährlich 8 Millionen, der vom Landrat bei früheren Sparbemühungen formuliert worden war, eingehalten werden. Sowohl die Kommission für Bau, Planung, Landwirtschaft und Umwelt wie auch die Finanzkommission stellen sich hinter die Vorlage, die am 30. August im Kantonsparlament behandelt wird. So ist die Finanzkommission ebenfalls der Meinung, dass in Nidwalden ein gutes ÖV-Angebot vorhanden ist und hebt hervor, dass die Kredite zuletzt unterschritten werden konnten.

 

Oliver Mattmann

oliver.mattmann@nidwaldnerzeitung.ch


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