Mit Kunst auf Tuchfühlung gehen

STANS ⋅ Über 30 Kunstschaffende zeigten am Kunstmarkt ihre Werke. Der organisierende Verein Vekultur ist zufrieden mit der zweiten Auflage.
11. September 2017, 07:26

Martin Uebelhart

martin.uebelhart@nidwaldnerzeitung.ch

Die Marktstände in der Spittelgasse laden trotz misslichen Wetters zum Flanieren ein. Doch nicht Früchte, Gemüse und andere Spezialitäten werden angeboten, sondern Kunst. Viele Leute schlendern zwischen den Ständen umher, suchen das Gespräch mit den Kunstschaffenden. Ganz unterschiedliche Werke in verschiedensten Techniken sind zu bewundern.

Der Sarner Künstler Charlie Lutz freut sich darüber, dass bei dem Regenwetter am Samstagnachmittag die Leute dennoch auf den Kunstmarkt kommen. Er stellt an seinem Stand unter anderem Malereien, Zeichnungen und Acrylarbeiten aus. «Es gibt immer wieder interessante Gespräche», findet er. Und man sehe auch bekannte Gesichter: «Es ist schön, die anderen Künstler zu sehen und den Kontakt zu pflegen.»

Literatur entsteht live

Ein paar Schritte weiter ist das Geklapper von alten Schreibmaschinen zu hören. Mit «Literatur für das, was passiert» ist der Stand überschrieben, und vier Schriftstellerinnen sitzen am Tisch. Sie schreiben Texte nach den Wünschen der Standbesucher, die dafür einen kleinen Obolus entrichten können.

Die Schreibaktion mitten im Kunstmarkt ist Teil der Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Zentralschweiz, wie Luzius Caviezel sagt. Er gehört dem Verein Vekultur an, der den Kunstmarkt vor zwei Jahren ein erstes Mal ins Leben gerufen hat. Die Zusammenarbeit erstreckt sich auf weitere Kulturinstitutionen wie die Kunststuben im Haus Linde am Dorfplatz, das Chäslager oder den Kulturkeller Backstube. Überall ist etwas los. «Das Rahmenprogramm ist wichtig für uns», sagt Luzius Caviezel.

Angefangen hatte der Kunstmarkt mit 20 Ausstellern. «Dieses Mal sind 34 dabei», sagt er. Die Kunstschaffenden kämen vor allem aus der Zentralschweiz. Viele würden anfragen, ob sie dabei sein dürften, andere habe der Verein für die Teilnahme angegangen. «Wir möchten auch immer wieder neue Leute dabei haben, damit der Markt nicht jedes Mal gleich daher kommt. Und wir wollen auch jungen Leuten vermehrt eine Chance geben, sich zu präsentieren», sagt Caviezel. Beibehalten werden soll der Zweijahresrhythmus.

Einer der Künstler, die auf Einladung einen Stand betreiben, ist der Buochser Adrian Gander. Er hat sein Atelier in Beckenried und ist vor allem durch seine Wandmalereien ein Begriff. Am Kunstmarkt zeigt er handlichere Werke: Figuren aus dem 3-D-Drucker neben Schwarz-Weiss-Gemälden auf Holz und farbigen Acrylbildern. Er habe schon Kunst verkaufen können, doch geht es ihm nicht in erster Line darum: «Ich freue mich, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen und über meine Arbeit zu erzählen.»

Viele positive Rückmeldungen

«Der Markt soll ein gewisses Renommee erhalten», so Caviezel. Darum achte man durchaus auf die Qualität. Einige Künstler legten Wert auf den Austausch mit den Standbesuchern. Bei anderen sei das weniger der Fall. «Für sie stellen wir Leute bereit, die sich um die Stände kümmern. Überhaupt windet er den zahlreichen Helfern ein Kränzchen, ohne die der Markt gar nicht denkbar wäre.

Viele Besucher kämen extra für den Markt nach Stans. «Andere stossen eher per Zufall auf die Stände», denkt Luzius Caviezel. Positiv fällt nach dem Anlass auch sein Fazit aus: «Es kamen eher noch mehr Besucher als beim ersten Mal.» Auch vom Umsatz her habe es sich für die Künstler gelohnt, hält er fest. «Wir erhielten viele Rückmeldungen, dass auch das Niveau des Gebotenen gut sei. Und man ermunterte uns, den Anlass in diesem Rahmen weiterzuent­wickeln.»


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