MS Gotthard verliert bei Streifkollision die Hälfte von Hans Ernis Galionsfigur

SCHIFFFAHRT ⋅ Bei stürmischem Wetter kollidierte die MS Gotthard in Beckenried mit dem Anlegesteg. Dabei löste sich eine Hälfte der von Hans Erni stammenden Bugverzierung und fiel in den See.
13. November 2017, 12:00

Der Zusammenstoss ereignete sich am Sonntagnachmittag um 16.30 Uhr, wie Martin Wicki, Leiter der Schifffahrt bei der Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee (SGV) sagt. Das von Luzern kommende Motorschiff des Kurses 25 wollte in Beckenried anlegen, fuhr aufgrund des heftigen Windes aber mit zu viel Tempo an den Steg heran und streifte dabei das Pfahlwerk.

Das Schiff selbst ist bei der Streifkollision nicht beschädigt worden und ist nach wie vor plangemäss im Einsatz, so Wicki. Auch wurden keine Fahrgäste verletzt.

Bei der beschädigten Galionsfigur handelt es sich um die Bronze-Skulptur «Föhn» des Luzerner Künstlers Hans Erni. «Die MS Gotthard ist das einzige Motorschiff, das über eine solche Bugzierde verfügt», sagt Wicki. Üblicherweise seien solche Figuren nur bei Dampfschiffen zu finden.

Erni schuf die 350 Kilogramm schwere und 150 Zentimeter hohe Skulptur 1970 im Auftrag der SGV. Sie stellt den Wassergott Poseidon dar. Insgesamt existieren davon vier Ausführungen. 2015 wurde ein Exemplar für 58'000 Franken versteigert.

Wie und wann die abgebrochene Hälfte geborgen wird, werde derzeit abgeklärt. «Wir werden sie schnellstmöglich heraufholen und wieder ans Schiff montieren», so Wicki.

lur


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