Musik ist Fleur Magalis Lebensmittelpunkt

BUOCHS ⋅ Am Sonntag singt und musiziert die in Ennetbürgen aufgewachsene Fleur Magali auf der Theaterbühne. Sie verrät, warum dies ein Meilenstein ihrer Karriere ist.
06. Oktober 2017, 08:32

Edi Ettlin

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Das Konzert am Sonntag im Theater Buochs steht musikalisch im Zeichen ihres Debüt­albums «Homeless», welches Fleur Magali Volkart diesen Frühling veröffentlicht hat. Im Titelsong verarbeitet sie den Verlust ihres Vaters, der vor einem Jahr unerwartet verstorben ist. «Ich habe gemerkt, wie sehr ich Heimat mit Menschen verbinde und wie eine entstandene Lücke das Gefühl von Heimatlosigkeit auslösen kann», erzählt sie.

Obwohl sie zwei Tage pro Woche in Zürich als Psychologin arbeitet, fühlt sie sich immer noch in Nidwalden zu Hause. Dies liege unter anderem daran, dass sie hier in ihrer künstlerischen Entwicklung immer viel Unterstützung erfahren habe.

Mit Tanz in eine neue Richtung

Für Fleur Magali, die als Künstlername schlicht ihre beiden Vornamen gewählt hat, ist das Konzert im Theater Buochs die Zusammenfassung ihrer Projekte der letzten Jahre. Gleichzeitig ist die Show aber auch ein Hinweis darauf, wohin es die vielseitige Künstlerin in Zukunft ziehen könnte. Denn zum ersten Mal teilt Fleur Magali in Buochs die Bühne mit einer vierköpfigen Tanzgruppe.

Es ist dieselbe Truppe, mit der sie ihr heute erscheinendes Musikvideo «Run Brother Run» in einer leer stehenden Fabrik in Solothurn gedreht hat. Eine der Tänzerinnen ist die 19-jährige Gloria Gort aus Chur. Diese kann sich vorstellen, das Tanzen einmal zum Beruf zu machen. «Das wäre definitiv ein Traum von mir», gibt sie zu Protokoll.

Auch für Fleur Magali, die im Alter von 10 Jahren ihre ersten Lieder komponiert hat, begann die Musikkarriere als Traum. Mittlerweile demonstriert die zielstrebige junge Frau, dass sie dazu aber auch viel Durchhaltewillen besitzt. «Ich achte darauf, dass ich bei jedem Projekt etwas lernen kann», lautet ihr Leitsatz.

Fleur Magali widerstrebt es, sich in eine Schublade stecken zu lassen. Die Kompositionen der Singer-Songwriterin passen in die Sparten Pop, Jazz, aber auch Dance. «Ich bin noch vielseitig und möchte herausfinden, was funktioniert», erklärt sie. Obwohl sie diese Freiheit liebt, ist es ihr Ziel, sich dereinst eine eigene Nische zu erarbeiten: «Ich möchte etwas Unverwechselbares machen, das nicht leicht kopierbar ist.» Allzu tief will sie sich noch nicht in die Karten blicken lassen. Sie verrät aber, dass sie stärker als Showkünstlerin wahrgenommen werden möchte und dass die Bewegung eine grössere Rolle spielen wird. Für die Entwicklung ihrer Ideen gibt sie sich zwei Jahre. Neben dem Texten, Komponieren und Üben will sie einen grossen Teil der ­Arbeit in den organisatorischen Teil stecken.

Gespannt auf die Resonanz von aussen

Zu Fleur Magalis Experimentierfreude gehört, dass sie sich oft auf neue Leute einlässt. «Ich habe keine fixe Band. Das führt immer wieder zu neuen Kombinationen, die jedes Mal anders tönen», erzählt sie. «Zudem muss man in kurzer Zeit ein Gruppengefühl aufbauen.» Am Sonntag stehen ihr neben den Tänzerinnen (mit Choreografien von Saeed Hosseini) die Saxofonistin Naima Gürth, Gitarrist Joel Kuster und Claudio Berger am Kontrabass zur Seite.

Nun erhofft sich Fleur Magali, dass bei ihrem Heimspiel im Theater Buochs der Funke aufs Publikum springt. Oder wie sie selbst es formuliert: «Ich muss merken, wie von aussen Resonanz kommt.»

Hinweis

Verkauf: www.firestone-tickets.ch oder Abendkasse, Türöffnung 17 Uhr, Beginn 18 Uhr. Weitere Infos: www.fleurmagali.com.


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