Pilatus baut neues Kompetenzzentrum

BUOCHS ⋅ Eine Produktionsstätte mit modernster Robotertechnik und 150 neuen Arbeitsplätzen – die Korporation Buochs gibt den Pilatus-Flugzeugwerken grünes Licht zum Bau einer neuen Holzhalle.
10. November 2017, 05:00

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@nidwaldnerzeitung.ch

Die Pilatus-Flugzeugwerke können nördlich der Fadenbrücke eine neue Produktionshalle bauen. Die Genossenbürgerinnen und -bürger der Korporation ­Buochs gaben am Mittwochabend an einer Extra-Genossengemeinde grünes Licht – sie erteilten Pilatus das Baurecht auf der 23000 Quadratmeter grossen Parzelle, die schon seit rund 20 Jahren als Industrieland eingezont ist. Die bei Landgeschäften nötige Zweidrittelmehrheit wurde mit 86 Prozent Ja-Stimmen (126 Ja zu 21 Nein) locker ­erreicht. Pilatus-CEO Oskar Schwenk und Markus Kälin, Assistent des Verwaltungsratspräsidenten, hatten zuvor das Projekt persönlich den anwesenden 152 Genossen in der Lückertsmatthalle in Buochs vorgestellt und konnten bei den Genossen landen. Es gab weder kritische Anmerkungen noch Fragen.

Pilatus investiert 45 Millionen Franken

In der neuen Halle wollen die ­Pilatus-Flugzeugwerke ein Kompetenzzentrum für den Strukturbau für den neuen PC-24 und den PC-21 aufbauen. Teile wie Rümpfe, Flügel oder Leitwerke, die bisher an verschiedenen Standorten, darunter auch im Ausland, hergestellt wurden, sollen künftig in dieser Halle gebaut werden. Damit sich diese Prozesse in der kostenintensiveren Schweiz rechnen, setzt Pilatus unter anderem auf Automation durch hochmoderne Robotertechnik. Durch die Rücknahme der Arbeiten in unmittelbare Nähe des Hauptwerks wird auch die Logistik und Lagerung deutlich vereinfacht. Im neuen Kompetenzzentrum entstehen 150 neue, technologisch hochstehende Arbeitsplätze.

Rund 45 Millionen Franken investiert das Unternehmen. Eine Million lässt sich Pilatus die Erschliessung mit Strom und Wasser kosten. Die Halle, die von einheimischen Betrieben aus Holz gebaut werden soll, wird 200 Meter lang, 65 Meter breit und 17 Meter hoch. Die reine ­Produktionsfläche beträgt rund 11000 Quadratmeter. Vorgesehen sind zudem 100 Parkplätze. Die Erschliessung für Autos ­erfolgt über die Fadenbrücke, Lastwagen fahren bis zum Bau der neuen Fadenbrücke über die Herdern­strasse.

Der Zeitplan für das neue Kompetenzzentrum ist ambitiös. Schon Anfang Februar will Pilatus das Baugesuch eingeben, nur drei Monate später sollen die Bauarbeiten beginnen. Am 1. Mai 2019 möchten die Flugzeugwerke die Halle in Betrieb nehmen.

Abstimmung über Flugplatzbeitrag verschoben

Eigentlich hätten die Genossen an der Versammlung auch über eine Vereinbarung mit dem Kanton abstimmen sollen. Darin geht es im Wesentlichen um Regelungen bezüglich der von der Korporation vom Bund zurückgekauften Flächen beim Flugplatz. Für Teile davon soll der Kanton von den Genossen ein Baurecht erhalten. Die Korporation ihrerseits würde dem Kanton einen Teil der Baurechtszinsen als zweckgebundene Infrastrukturbeiträge für den Flugplatz zurückzahlen. Dies als Kompensation für den Mehrwert, den man durch den Grundstückkauf generiert hat. Über die Laufzeit des Baurechtsvertrags mit dem Kanton von 50 Jahren ergibt das eine Summe von rund 6 Millionen Franken. Aufgrund einer Eingabe eines Genossenbürgers stellte der Genossenrat zu Beginn der Versammlung aber den Antrag, erst an der Genossengemeinde am 22. März 2018 über diese Vereinbarung abzustimmen. Aufgrund der Komplexität des Geschäftes hätten die Genossen so mehr Zeit, sich eingehend damit zu beschäftigen. Die Versammlung nahm den Antrag einstimmig an, so dass es bei der Information blieb.

Dass die Korporation erst im Frühjahr über die Vereinbarung befindet, hat zwar keinen direkten Einfluss auf die Abstimmung vom 26. November über den Kredit zur Modernisierung des Flugplatzes Buochs. Bei der ­Information darüber betonte ­Regierungsrat Alfred Bossard vor den Genossen aber, dass die Infra­strukturbeiträge der Korporation die Erfolgsrechnung des Flugplatzes entlasten würden. Dies wiederum helfe dabei, dass der Flugplatz selbsttragend geführt werden könne.


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