Postauto knackt Zwei-Millionen-Grenze

NIDWALDEN ⋅ Im vergangenen Jahr reisten im Kanton Nidwalden zwei Millionen Menschen mit dem Postauto – so viele wie noch nie. Noch immer zaghaft ist das Interesse am Winkelriedbus.
16. Mai 2017, 05:00

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

Der Postautoverkehr boomt im Kanton Nidwalden. In den vergangenen zehn Jahren kannte die Kurve der Fahrgastzahlen nur eine Richtung: nach oben. Waren 2006 rund 1,2 Millionen Fahrgäste in Nidwalden mit dem Postauto unterwegs, waren es im vergangenen Jahr erstmals über 2 Millionen, genauer gesagt 2,03 Millionen Menschen. «Das Schöne daran ist die konstante Zunahme», zeigte sich Beat Wiget, Leiter Postauto-Region Zentralschweiz, an der Verkehrskonferenz Nidwalden erfreut. Die stärkste Zunahme verzeichnete die Strecke nach Uri durch den Seelisbergtunnel.

Seit dem Fahrplanwechsel vom Dezember 2015 verbindet der Winkelriedbus die Kantonshauptorte von Nidwalden und Uri. In 35 Minuten bringt das Postauto die Pendler von Stans via Seelisbergtunnel nach Altdorf, mit Halt unter anderem bei den Pilatus-Flugzeugwerken, in Ennetbürgen und Buochs. Und dies viermal täglich je Richtung. Zwar seien die Zahlen mit durchschnittlich 42 Reisenden täglich noch tief, doch die Zunahme von 20 Prozent bewertet er als positiv. Hanspeter Schüpfer, Leiter öffentlicher Verkehr beim Amt für Mobilität, sagte dazu: «Uns ist bewusst, dass hier noch Potenzial vorhanden ist. Mit den grossen Arbeitgebern wie Pilatus-Flugzeugwerke oder Dätwyler in Altdorf sind wir daran, das Angebot den Leuten noch schmackhafter zu machen, um das Potenzial besser auszuschöpfen.»

Gotthard-Riviera-Express kommt an

Richtig in Fahrt gekommen ist hingegen der Gotthard-Riviera-Express, der mit dem Gotthard-Basistunnel im vergangenen Dezember in Betrieb genommen wurde. Von Stans aus fährt das Postauto am Wochenende achtmal nach Flüelen mit Anschluss an den Intercity, der durch den Gotthard-Basistunnel fährt. Die Reisezeit verkürzt sich dabei auf 1 Stunde und 41 Minuten. Pro Wochenende nutzen 130 Personen dieses Angebot. Mit Marketingaktionen sollen auch Tessiner nach Stans und in die Zentralschweiz gelockt werden, informierte Michael Schürch, Geschäftsführer der Zentralbahn, welche das Angebot vermarktet. Auch eine Angebotsausdehnung auf die übrigen Wochentage schliesse er nicht aus.

Eine markante Änderung kommt auf die Postautopassagiere auf den Fahrplanwechsel im Dezember zu. Dann endet auf dem Nidwaldner Postautonetz die 18-jährige Ära der Doppelstockbusse. «Die Jugendlichen hatten an diesem Fahrzeug Freude, fanden es toll, auf dem oberen Stock quasi ohne Chauffeur zu fahren», erklärte Beat Wiget. Die regulären Pendler hätten den Doppelstockbus hingegen weniger geschätzt. «Die wollen möglichst schnell ein- und aussteigen, ohne noch eine Treppe zu benutzen.» Mit der stark gestiegenen Pendlerzahl habe man sich darum für den Einsatz von einstöckigen Postautos entschieden. Zudem seien die Doppelstöcker relativ teuer im Unterhalt.

Verlängerung nach Ennetbürgen bleibt Wunsch

Im Hinblick auf die Eröffnung des Bürgenstock-Resorts diesen Sommer baut Postauto das Angebot auf den 1. Juli aus – auf täglich 20 Verbindungen ab und nach Stansstad auf den Bürgenstock (erste Fahrt ab Stansstad um 5.27 Uhr, letzte Fahrt ab Bürgenstock um 0.33 Uhr mit Anschluss an den Zug in Stansstad). Auf der Wunschliste im Rahmen der Vernehmlassung stand auch die Verlängerung der Buslinie vom Bürgenstock nach Ennetbürgen. Hanspeter Schüpfer wollte diesbezüglich keine allzugrossen Hoffnungen schüren. «Wir kommen momentan nicht weiter.» Er sprach damit die Verhandlungen mit den Grundstückeigentümern an. Ursprünglich hätte der Kanton schon auf diesen Sommer hin diese Verbindung in den Fahrplan aufnehmen wollen.

Ein Angebotsausbau ist hingegen auf der Buslinie von Wolfenschiessen nach Oberrickenbach vorgesehen, im Interesse des Bannalp-Tourismus. Und eine zusätzliche S-Bahn-Verbindung (S4) am frühen Morgen stellt ab kommenden Dezember für die Pendler ab Wolfenschiessen die Anschlüsse in Luzern nach den Destinationen Bern und Basel sicher.


Leserkommentare

Anzeige: