Älperbeamte schuften für den Umzug

NIDWALDEN ⋅ Für die Stanser Älperchilbi haben sich die Älperbeamten von 1987 etwas Besonderes ausgedacht. Mit ihrem Jubiläumswagen bringen sie das Mittefastenfeuer ans Fest.
11. Oktober 2017, 10:36

Franziska Herger

franziska.herger@nidwaldnerzeitung.ch

In wenigen Tagen ist es wieder so weit: In Stans wird Älperchilbi gefeiert (siehe Kasten). Die Tradition ist jahrhundertealt – sie lässt sich bis ins Jahr 1602 zurückverfolgen. So weit kann Martin Gut nicht zurückblicken. «Aber in den letzten dreissig Jahren ist der Rahmen eigentlich gleich geblieben», sagt der ehemalige Kantonsingenieur. Im Jahr 1987 war der Stanser erster Statthalter bei den Älperbeamten. «Als Zuschauer ist mir heute vieles vertraut, nur die Themen des Umzugs ändern natürlich jedes Jahr.»

Für die Beamten von 1987 heisst es einmal Älper, immer Älper. Seit 30 Jahren treffen sie sich jedes Jahr zum Mittefastenfeuer. Bereits zum 10- und 20-Jahr-Jubiläum der Älperchilbi von 1987 bauten sie einen Wagen für den Umzug. Auch den 30. Jahrestag wollten sie nicht auslassen.

Wagen der Älper von 1987 ist eine Premiere

Es ist das erste Mal, dass am Umzug ein Wagen von Älpern teilnimmt, die vor 30 Jahren im Amt waren. «Wir hatten einfach immer einen sehr guten Zusammenhalt», sagt Martin Gut. Schon bei der Organisation 1987 hätte sich bald herausgestellt: «Wir sind ein gutes Team. Über die Jahre wurden wir Freunde.» Inzwischen sind von den damaligen Senioren zwar viele gestorben. Doch die noch lebenden Älperbeamten und deren Frauen waren sofort Feuer und Flamme für den Wagenbau – was sich auf ihr Konzept für den Wagen übertrug: «Wir bringen das Mittefastenfeuer an die Älperchilbi», sagt Koordinator Gut.

Die Idee stammt vom ehemaligen Mitbeamten und Schreinermeister Hans Imboden aus Obbürgen. In der Halle der Schleiss AG in Stans bauen Imboden, Inhaber Marcel Schleiss, der Ennetmooser Theo Barmettler und rund sieben weitere frühere Älperbeamten und ihre Frauen bereits seit drei Abenden an ihrem Wagen. «Er ist noch etwas zu hoch», sagt Hans Imboden, und schaut an dem riesigen Scheiterhaufen hinauf. Er ist auf einem Holzgestell auf dem Schilter von Theo Barmettler aufgeschichtet. «Bei vier Metern müssen wir ihn abschneiden», sagt Imboden.

Die diesjährigen Älperbeamten staunen

Unter den Ästen wird am Sonntag in einer Stahlschale ein Mittefastenfeuer brennen. «Aber keine Angst», sagt Martin Gut mit einem Schmunzeln, «die feuerpolizeilichen Vorschriften sind alle eingehalten.» Eine Delegation der diesjährigen Älperbeamten staunt. «Den alten Brauch des Mittefastenfeuers auf einem Wagen zu präsentieren, finde ich eine tolle Idee», sagt Andreas Würsch, vierter Pfleger aus Büren.

Bis es so weit ist, bleibt aber noch einiges zu tun. Die Frauen der 87er-Älper wollen den Wagen noch mit Stoffen und Grün verzieren. «Die Wagen gehören für mich einfach zur Älperchilbi», meint Gut. «Wie auch das Sänte-Veh und die Älpersprüche – das ist für mich Brauchtum in reiner Form.»

Das läuft an der Stanser Älperchilbi

Die grösste Älperchilbi im Kanton steht dieses Jahr unter dem Motto «Herrlich-Prächtig-Einzigartig» Bei hoffentlich herrlich-prächtigem Wetter beginnt am Sonntag um 9 Uhr der Festgottesdienst mit den Stanser Jodlerbuebe, gefolgt von einem Volksapéro um 10 Uhr auf dem Dorfplatz. Nach einer Erntedankfeier um 14 Uhr in der Pfarrkirche beginnt um 14.30 Uhr mit dem Umzug der Höhepunkt der Älperchilbi. Ab 15.30 Uhr gibt es Aufführungen auf dem Dorfplatz mit Älpersprüchen, Festwirtschaft und musikalischer Unterhaltung. Bereits ab 11.30 Uhr bis 22 Uhr kann im Älperstybli zu Älperkafi, Chrapfä und Älpermagronä den Fräki-Örgelern gelauscht werden.

Am Montag um 9 Uhr wird im Gottesdienst den verstorbenen Mitgliedern der Alpbruderschaft gedacht. Ab 20 Uhr heisst es dann Älpertanz im Hotel Engel mit dem Schwyzerörgeli-Trio St. Jakob. (fhe)

Hinweis
Mehr Infos finden Sie unter: www.aelper.ch


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