Nidwaldner rennen durch Bhutan

OBERDORF ⋅ Einer besonderen Herausforderung stellten sich Daniela Kaiser und Hermann Suppiger im Königreich von Bhutan. Rennend bestritten sie sechs Etappen von durchschnittlich 33 Kilometern in sechs Tagen.
13. Juni 2017, 05:00

Amanda Amstad

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Beim Gespräch mit unserer Zeitung schwärmen die zwei Oberdorfer Hobbyläufer vom südasiatischen Land Bhutan. Während ihrer kurzen Reise konnten sie viele Facetten des Landes miterleben und tauchten in eine andere Welt ein. «Ich fühlte mich wie in einem nahöstlichen Märchen», erzählt Hermann Suppiger. Auch seine Partnerin Daniela Kaiser findet nur positive Worte für das sehr traditionelle Land und ergänzt, dass sie sich immer sicher fühlten.

Doch das Paar reiste nicht nur wegen des Landes so weit, sondern auch mit einem sportlichen Ziel. Sie bestritten das Sechs-Tage-Rennen, welches von der Organisation Global Limits dieses Jahr bereits zum fünften Mal durchgeführt wurde. Zusammen mit 48 anderen Teilnehmern aus 22 Ländern wagten sie die Challenge und rannten das 200-Kilometer-Rennen durch die südasiatische Flora und Fauna und bestritten dabei zehntausend Höhenmeter.

Noch nie einen Marathon gelaufen

«Innerhalb des Teams gab es immer eine tolle Stimmung, trotz der einfachen Umstände und der harten sportlichen Leistung», so Daniela Kaiser, die als Kinderärztin arbeitet. Während dieser Tage lebten die Teilnehmer auf engstem Raum in Zelten, Bauernhäusern oder in Klöstern. Stets wurden sie mit offenen Armen empfangen und durften die Hilfsbereitschaft der Einheimischen erfahren. Kaiser und Suppiger rannten das Ultrarennen zwar als Team und nicht als Konkurrenten, jedoch verfolgte jeder ein anderes Ziel. «Ich bin noch nie einen Marathon gelaufen und setzte mir das Ziel, die ersten drei Etappen zu schaffen», sagt Hermann Suppiger. Anders sah dies bei Daniela Kaiser aus, die eine erfahrene Marathonläuferin ist: «Mein Ziel war es, durchzukommen und alle sechs Etappen zu rennen», erwähnt sie. Beide Ziele wurden erreicht und das von Hermann Suppiger sogar übertroffen. Die beiden belegten die Ränge 21 und 22 und lagen somit im guten Mittelfeld. Dieses Ergebnis gründete laut Suppiger auch auf dem starken Willen: «Mit dem Kopf kann man sehr viel erreichen, und ich kann mich wahnsinnig einstimmen auf das, was ich mir im Kopf als Ziel gesetzt habe», erläutert er. Einen starken Willen brauchten die beiden vor allem vor bei der zweitletzten Etappe, die es in sich hatte. An Tag fünf galt es, die längste Strecke zu überwinden. «Ich konnte kaum schlafen und hatte Angst, dass ich die 54 Kilometer nicht schaffen würde», erzählt die Marathonläuferin. Doch auch die fünfte Etappe meisterten die beiden mit Bravour, und Daniela Kaiser fügt an: «Als wir am Ziel dieser Etappe ankamen, war es ein überwältigendes Gefühl.» Die letzte Etappe war dann nur noch 15 Kilometer lang, und diese wurde am Ende mit dem Anblick des berühmten Klosters, das unter dem Namen Tiger’s Nest bekannt ist, belohnt.

Erholungspause und dickes Filet

Daniela Kaiser und Hermann Suppiger kehrten mit vielen Eindrücken und Erfahrungen heim – mit einem positiven Fazit. Es sei für sie nicht nur eine tolle Erfahrung gewesen, diese Herausforderung gemeinsam als Paar bestreiten zu können, sondern sie hätten durch die sportliche Leistung auch das Land besser kennen lernen können. Auf die Frage, ob weitere Rennen in naher Zukunft geplant sind, lacht Hermann Suppiger und sagt: «Auf dem Flug in die Schweiz schaute sich Daniela an, was der Erstplatzierte sonst noch so Sportliches macht und plant schon wieder ein neues Projekt. Ich brauche nun jedoch eine Erholungsphase und ein dickes Filet.» Eine lange Pause wird es jedoch nicht geben. Am 1. Juli werden Daniela Kaiser den Ultramarathon und Hermann Suppiger den Halbmarathon in Zermatt bestreiten.


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