So saniert es sich ökologisch

STANS ⋅ Die Nidwaldner Energietage stehen dieses Jahr auch im Zeichen der ökologischen Gebäudesanierung. An den kostenlosen Beratungen kann man sich Tipps holen – und Missverständnisse aus dem Weg räumen.
17. April 2018, 05:00

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

«Die Leute betrachten eine Gebäudesanierung zu wenig gesamtheitlich», sagt Max Ziegler aus Erfahrung. Der Energiefachmann und Präsident der Nidwaldner Energiegenossenschaft «Eysi Energii GEN» untersucht als Inhaber der Firma Ceo-Zwei die Bausubstanz und den Energieverbrauch von Gebäuden und Anlagen und ist seit Beginn bei den Nidwaldner Energietagen dabei, welche dieses Jahr zum sechsten Mal über die Bühne gehen.

Eine kostenlose dreissigminütige Erstberatung durch einen Energiecoach an den Energietagen soll diesem Missstand Abhilfe schaffen und dem Bauherrn durch den Dschungel rund um die Sanierung seines Hauses führen, beziehungsweise ihn bei den ersten Schritten unterstützen. Eine Anmeldung ist nicht nötig. «Wir können in dieser halben Stunde natürlich keine komplette, detaillierte Beratung ersetzen», gibt sich Max Ziegler realistisch.

Die Ausgangslage sei häufig, dass eine Sanierung des Hauses oder der Ersatz einer alten Ölheizung anstehe. «Ich zeige dem Bauherrn einen Weg auf, wie er sein Haus ökologisch sanieren kann, etwa dank besserer Wärmedämmung.» Natürlich werde auch die Wirtschaftlichkeit berücksichtigt. Und dabei könnten auch Missverständnisse in Zusammenhang mit dem neuen kantonalen Energiegesetz aus dem Weg geschaffen werden, das nächstes Jahr in Kraft treten soll. «Dass eine Ölheizung nicht mehr ersetzt werden darf, ist zum Beispiel ein Missverständnis. Unter gewissen Umständen ist dies nämlich erlaubt und auch wirtschaftlich vertretbar.»

Noch Luft nach oben

Max Ziegler erhofft sich dabei, dass die Gebäudesanierung in Nidwalden Schub bekommt. Denn es gebe noch massiv Luft nach oben. Im Kanton Nidwalden würden zurzeit pro Jahr etwa 1,5 Prozent der sanierungsbedürftigen Gebäude saniert. «Wollen wir die Energiestrategie 2050 wie beschlossen umsetzen, müsste dieser Anteil mindestens verdoppelt werden.»

Die Beratungsgespräche sind nur ein Teil des Programmes an der Fachmesse, die übermorgen und am Freitag in der Berufsfachschule Stans über die Bühne geht. In verschiedenen Fachvorträgen zeigen regionale Aussteller, wie mit wenig Aufwand beim Bauen und Sanieren Energie und Geld gespart werden können. Anbieter und Interessierte können sich an den Ständen austauschen und informieren.

Hinweis

Weitere Informationen mit Erklärvideo zum energetischen Sanieren finden Sie im Internet unter www.haus-energie-nw.ch


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