Stiftung geht auf Geldsuche für Chäslager und Fluryhaus

STANS ⋅ Beim Chäslager steht eine dringende Sanierung an, das Fluryhaus verkommt allmählich zum «Schandfleck» im Dorfzentrum. Beide Gebäude will die Höfli-Stiftung renovieren. Doch bei der Finanzierung ist sie auf Hilfe von Dritten angewiesen.
30. November 2017, 05:00

Oliver Mattmann

oliver.mattmann@nidwaldnerzeitung.ch

Das Chäslager in Stans bietet für Künstler seit 50 Jahren eine Heimat, regelmässig finden darin Konzerte, Theateraufführungen, Ausstellungen, Lesungen und andere Anlässe statt. Der Ruf als heimelige Kulturstätte geht über den Kanton hinaus. Doch der Zahn der Zeit nagt am Gaden, der früher als Ökonomie-Gebäude diente, als das Rosenburg-Areal noch ein Herrschaftssitz war.

Die Stiftung Höfli als Eigentümerin will deshalb knapp 1,1 Millionen Franken investieren. «Die Sanierung ist fällig», sagt ­Stiftungsratspräsident Gregor Schwander. Um einen behindertengerechten Zugang zum dreistöckigen Gebäude zu ermöglichen, soll ein Lift eingebaut werden. Mit der Sanierung des Daches – die Ziegel werden brüchig – sind ebenso energetische und schalltechnische Verbesserungen vorgesehen. Weiter ist aus Brandschutzgründen eine zweite Fluchttreppe notwendig, zudem soll der oberste Stock mit neuer Bühnentechnik versehen und die Küche von der untersten in die mittlere Etage verlegt werden.

Mit Subventionen und einem Beitrag des Vereins Chäslager für die Lichtanlage und Tontechnik verbleiben Nettoinvestitionen von 850000 Franken. Doch dieser Brocken ist nicht der einzige, der auf den Stiftungsrat, der aus Vertretern von Kanton, Gemeinde Stans und Historischem Verein besteht, wartet. Denn soll dessen Wunsch erfüllt werden, das baufällige, derzeit leerstehende Fluryhaus einer kulturellen Nutzung zuzuführen, sind nochmals rund 450000 Franken gefordert. Erste Ideen existieren. So schwebt einem fünfköpfigen Team aus der Bevölkerung vor, im Haus, das die 5200 Quadratmeter grosse Rosenburg-Liegenschaft zum Dorfplatz hin ergänzt, eine Galerie mit jährlich acht bis zwölf Ausstellungen von regionalen Künstlern einzurichten. Gregor Schwander betont indes: «Auch wenn das Fluryhaus allmählich zu einem Schandfleck verkommt, so hat die Sanierung des Chäslagers doch Priorität.»

Hoffnung ruht vor allem auf anderen Stiftungen

Der Geldbedarf steigt damit auf total rund 1,3 Millionen Franken. Dies ist für die Stiftung, die etwa das Chäslager für kulturelle Anlässe unentgeltlich zur Verfügung stellt, alles andere als ein Klacks. «Wir verzeichnen übers ganze Areal zwar einige Mieteinnahmen. Damit können wir die Kosten für anstehende Renovationen im Haupthaus decken. Für mehr reicht es aber nicht», erklärt Gregor Schwander, seines Zeichens auch Gemeindepräsident.

Die Stiftung selbst will eine Hypothek von 500000 Franken aufnehmen. Hinzu kommen je 100000 Franken von Kanton und der Gemeinde Stans und voraussichtlich ein Beitrag des Historischen Vereins, sodass noch maximal 600000 Franken aufgetrieben werden müssen. Und hier kommt das Fundraising ins Spiel, das in diesen Tagen lanciert wird. Die Stiftung will die geforderte Summe über Beiträge von Sponsoren, Stiftungen, Mäzenen und Gönnern zusammenbringen. Und hofft dabei auf entsprechenden Goodwill, zumal sie eben auch mit günstigen Mietkonditionen «einen gewichtigen Beitrag an das kulturelle und gesellschaftliche Leben in Nidwalden leistet», wie sie in ihrer Dokumentation zur Mittelbeschaffung schreibt.

Die Verantwortlichen strahlen Zuversicht aus

Stiftungsratsmitglied Lukas Arnold, der beim Fundraising den Lead hat, ist zuversichtlich. Der Fahrplan ist allerdings sportlich: Bis Anfang 2018 soll das Geld beisammen sein. «Man muss sich ambitiöse Ziele setzen, um vorwärtszukommen», hält Arnold fest. Sobald die Finanzierung stehe, werde man das schon weit gediehene Chäslager-Projekt zu Ende planen und die Realisierung für Sommer/Herbst 2018 einleiten. Die Sanierung des Fluryhauses wäre für 2019 vorgesehen. Und wenn das Fundraising scheitert? «Ich bin überzeugt, dass wir fürs Chäslager genügend Unterstützung erhalten werden», so Lukas Arnold. Für das Fluryhaus müsste allenfalls eine andere Lösung gesucht werden. «Für das Areal und ganz Nidwalden wäre eine kulturelle Nutzung aber ein enormer Gewinn.»

Hinweis

Kontakt Höfli-Stiftung: Präsident Gregor Schwander, Telefon 078 919 14 27, gregor.schwander@stans.nw.ch, oder Sekretär Paul Brun, Tel. 079 732 93 41, brun_paul@bluewin.ch


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