«Wir wollen mit dem Käse zurück zur Natur»

BUOCHS ⋅ Der Pächter der Bergkäserei Langentannen gibt nach zehn Jahren den Betrieb ab. Neu übernimmt mit Armin Rölli der Inhaber das Geschäft. Er führt das Familienunternehmen in der dritten Generation.
06. Februar 2018, 08:07

1963 gründete Walter Rölli die Bergkäserei Langentannen etwas oberhalb von Buochs am Fusse des Buochserhorns. Nun, 55 Jahre später, übernimmt mit Armin und Elvira Rölli die dritte Generation den Betrieb. Dies allerdings nach einem 10-jährigen Exkurs. Denn der gelernte Käser und Landwirt war während dieser Zeit als Tiefbau- und Lohnunternehmer tätig. Josef Werder, Inhaber der Küssnachter Dorfkäserei, führte die Bergkäserei als Pächter.

Nun tritt dieser ab. Armin und Elvira Rölli übernehmen, wie dem Nidwaldner Amtsblatt kürzlich zu entnehmen war. «Wir haben uns im Guten von Josef Werder getrennt», stellt Armin Rölli klar. Der Pächter habe in den letzten Jahren neben der Käserei Langentannen die Dorfkäserei in Küssnacht am Rigi geführt und ist seit einigen Jahren auch Präsident des Zentralschweizerischen Milchkäuferverbandes. Die Aufgaben hätten in den letzten Jahren stetig zugenommen und ihn dazu veranlasst, die Pacht in Buochs auf­zulösen. Armin Rölli und Josef Werder werden auch künftig ­zusammenarbeiten, wie der Buochser sagt.

«Wir haben uns nach einem neuen Pächter umgesehen. Doch das stellte sich als schwierig heraus. Denn in der Milchbranche gibt es nur wenig Nachwuchs, der auch selbstständig tätig sein will», erklärt Armin Rölli. Deswegen habe er mit seiner Frau Elvira entschieden, den Betrieb selber zu führen. Denn es sei nicht so, dass er völlig aus der Käsebranche ausgestiegen sei. «Ich habe jeweils die Ferienablösungen gemacht und teilweise auch an den Wochenenden in der Käserei gearbeitet.» Laut dem 36-Jährigen ist es eine gute Zeit für Käsereien. «Wir wollen mit unseren regionalen Produkten zurück zur Natur. Das ist gefragt bei den Leuten.»

95 Tonnen Käse pro Jahr

50 Prozent der Produkte von Armin Rölli sind Sbrinz-Käse. Dazu bietet er künftig einen neuen, selber entwickelten Bergkäse an, den «Nidwaldner Bergkäse». Verarbeitet werden in der Käserei 1,2 Millionen Liter Milch jährlich, das ergibt etwa 95 Tonnen Käse. Die Milch stammt aus 13 Landwirtschaftsbetrieben, die gemäss Armin Rölli nicht weiter als einen Kilometer von der Bergkäserei entfernt liegen. Zwei Käser sorgen für die Verarbeitung der Produkte, zwei weitere Mitarbeiter organisieren die Abläufe und den Verkauf.

Die Produkte sind in regionalen Landi- und Volg-Läden erhältlich. Zudem werde versucht, dass Coop und Migros die Käse ins Sortiment aufnehmen. Dies sei allerdings ein schwieriges Unterfangen. Doch wer weiss: Regionales ist dieser Tage bekanntlich auch bei den Grossverteilern hoch im Kurs.

 

Matthias Stadler

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch


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