Wolfenschiessen will Verkehrsproblem lösen

NIDWALDEN ⋅ Vor allem an schönen Tagen herrscht im Engelbergertal reger Ausflugsverkehr. Das hat Folgen.
12. April 2018, 07:29

Feriengäste und Ausflügler, die mit dem Auto nach Engelberg fahren oder von dort wieder nach Hause reisen, durchqueren unweigerlich auch Wolfenschiessen. Gemäss Analysen, Verkehrszählungen und Feststellungen der Einheimischen nehme der Verkehr durchs Dorf stetig zu, schreibt der Gemeinderat im Wolfenschiesser Informationsmagazin «Frequenz».

Im Jahresdurchschnitt fahren rund 6700 Fahrzeuge täglich durch Wolfenschiessen. Von Montag bis Freitag betrachtet sind es 7600. Diese Zahlen schätzt das Amt für Mobilität gestützt auf eine Messstelle in Dallenwil und temporäre Messungen. Spitzentag ist der Freitag mit 8800 Fahrzeugen pro Tag. Im Winter sind es zu Spitzenstunden an einem Sonntag bis zu 750 Fahrzeuge, von diesen fahren rund drei Fünftel in Richtung Stans.

Arbeitsgruppe soll Ideen prüfen

«Wir prüfen Varianten zur Entlastung des Dorfes», sagt Gemeindepräsident Wendelin Odermatt auf Anfrage. Schon früher sei die Möglichkeit einer Umfahrung angeschaut worden. «Eine solche wäre wohl nur in einem Tunnel möglich, und das ist finanziell eher nicht denkbar», hält er fest. Der Fokus in einem ersten vorliegenden Konzept liege darauf, vor allem an verkehrsreichen Tagen mehr Ausflügler auf die Zentralbahn zu bringen. «In diesem Winter haben wir es wieder gesehen: An schönen Tagen wälzt sich eine Verkehrslawine durchs Dorf und vielfach staut sich dann der Verkehr, besonders bei der Rückreisewelle an Sonntagabenden», so Odermatt. Wenn ein Einheimischer dann mit dem Auto irgendwo hinwolle, habe er keine Chance. Und auch die Rettungskräfte kämen im Notfall bei Stau nicht mehr wie gewünscht vorwärts, hält er fest.

Wolfenschiessen habe wegen dieser Situation schon einige Male Kontakt mit dem Engelberger Gemeinderat aufgenommen. «Nun haben die beiden Gemeinden eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen», sagt Wendel Odermatt. Diese soll das Konzept prüfen und weitere Ideen generieren. Der Gemeindepräsident geht davon aus, dass nach den Sommerferien erste Resultate vorliegen.

 

Martin Uebelhart

martin.uebelhart@nidwaldnerzeitung.ch


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