Jetzt wird der Doppelspurausbau der Zentralbahn in Hergiswil konkret

BAHNVERKEHR ⋅ Nun wird der Doppelspurausbau der Zentralbahn in Hergiswil langsam konkret: Läuft alles nach Plan, wird ab 2018 gebaut. Betriebsbereit sein soll der neue Doppelspurabschnitt im Dezember 2019. Die Kosten werden auf rund 43 Millionen Franken geschätzt.

Die Nidwaldner Baudirektion, der Hergiswiler Gemeindepräsident und die Vertreter der Zentralbahn (zb) informierten die Bevölkerung am Montagabend in Hergiswil über den aktuellen Stand des Doppelspurausbaus zwischen Hergiswil Schlüssel und Matt.

Zurzeit sei die Erarbeitung eines Bauprojekts im Gang, teilte die Nidwaldner Staatskanzlei am Montag mit. Dieses soll gegen Ende 2016 beim Bundesamt für Verkehr eingereicht werden.

Bauherr der Doppelspur Hergiswil Schlüssel-Matt ist die zb. Die Nidwaldner Baudirektion ist gegenüber dem Bund für die Projektierungskosten und die Finanzierung der beteiligten Partner (Luzern, Ob- und Nidwalden sowie dem Bund) verantwortlich. Die Finanzierung sei im Rahmen des Infrastrukturfonds des Bundes gesichert, heisst es.

Mit der geplanten Eröffnung des Doppelspurausbaus kann auch die neu behindertengerecht ausgestaltete Haltestelle Matt wieder in Betrieb genommen werden. Damit werde der Dorfteil Matt wieder von den S-Bahnen S4 und S5 der zb vollumfänglich erschlossen, heisst es. Der aktuell verkehrende Bahnersatzbus vom Bahnhof Hergiswil ins Gebiet Matt soll dann eingestellt werden.

Lange Geschichte

Der Doppelspurausbau in Hergiswil hat eine lange Geschichte. Bereits in den 1980-er-Jahren wurden erste Varianten geprüft. Es folgten Projekte, Optimierungen, Debatten im Landrat, Variantenstudien und Evaluationen.

2014 hatte der Regierungsrat nach einem aufwendigen Evaluationsprozess der Bestvariante für den Doppelspurtunnel in Hergiswil zugestimmt. Diese besteht aus zwei etappierbaren Abschnitten. Der erste Abschnitt umfasst die Strecke zwischen Hergiswil Schlüssel und Matt. Der zweite jene zwischen Haltestelle Matt und Hergiswil Dorf.

Für den ersten Abschnitt existiert ein Auflageprojekt, welches 2011 aufgrund von zahlreichen Einsprachen und der Ablehnung des Kantons Nidwalden und der Gemeinde Hergiswil sistiert worden war. In der Zwischenzeit wurde das Auflageprojekt von der Zentralbahn aber grundlegend modifiziert, wobei das Trassee auf heutigem Niveau bestehen bleiben kann. Die Vorbehalte der Einsprecher wurden somit berücksichtigt.

Im Herbst 2015 zeigte sich nach Gesprächen zwischen dem zuständigen Bundesamt für Verkehr, dem Baudirektor, dem Gemeindepräsidenten von Hergiswil und der Zentralbahn ergaben, dass der Abschnitt Hergiswil Schlüssel bis Matt aus Sicht des Bundes trotz Mehrkosten aufgrund des modifizierten Auflageprojekts finanzierbar sein dürfte. Das Vorprojekt dieses angepassten Auflageprojekts wird nun zu einem Bauprojekt weiterentwickelt.

(sda)


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