Swatch nutzt Bürgenstock als Werbeberg

NIDWALDEN ⋅ Swatch will das neue Bürgenstock Resort im grossen Stil als Werbeplattform nutzen. Der Uhrenhersteller aus Biel und die Resort-Bauer haben eine langfristige Zusammenarbeit beschlossen.

Die Swatch Group wird im gesamten Bürgenstock Resort mit ihren 18 Uhrenmarken vertreten sein. Das Angebot verteilt sich auf fünf Uhren- und Schmuckfachgeschäfte mit einer Fläche von 670 Quadratmetern, wie die beiden Firmen am Donnerstag bekanntgaben. Zudem sind 37 Vitrinen mit Ausstellungsstücken im Bürgenstock Resort zu finden.

Die Swatch Group stellt dem Bürgenstock Resort zudem Kunstwerke zur Verfügung, die in Schanghai von internationalen Künstlern kreiert wurden. Die Zusammenarbeit sei flexibel und offen gestaltet, heisst es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Angedacht sind etwa gemeinsame Anlässe oder Werbeaktionen. Daneben sei auch denkbar, dass Gäste beispielsweise mit einer Swatch-Uhr am Arm während ihres Aufenthalts im Resort bezahlen können. Über die finanziellen Eckpunkte des Deals haben die Partner nicht bekanntgegeben.

Die Kooperation gründe auf einer Tradition, die bis in die Fünfzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts zurückreiche. Damals fanden sich Tourismus und Luxusgüterindustrie an exklusiver Lage im Bürgenstock Resort vereint. Einer Destination notabene, die schnell Weltruf erlangte: Prominente Gäste aus Wirtschaft, Politik und Showbusiness fanden damals auf dem Bürgenberg Erholung – und exklusive Geschenke. Der Name des Swatch-Konkurrenten Gübelin, nachdem ein Haus auf dem Aussichtsberg benannt ist, soll im Resort verschwinden.

«Touristenort Luzern ist am Kapazitätslimit»

Swatch-CEO Nick Hayek

Für Swatch-CEO Nick Hayek ist die Zusammenarbeit zwischen Tourismus und Luxusgüterindustrie ein Bekenntnis zum Standort Schweiz, wie er an einer Medienkonferenz erklärte. Die Schweiz müsse ihr Erbe und ihre Marken nicht zuletzt angesichts des starken Frankens pflegen sowie den Gästen ein emotionales Erlebnis bieten. Berge und Tunnels allein reichten dafür nicht mehr. Der für Uhren- und Schmuckgeschäfte beliebte Touristenort Luzern sei kapazitätsmässig am Limit, sagte Hayek. Die Branche habe auch darum ein Interesse, auf dem Bürgenstock Fuss zu Fassen.

Das neue Bürgenstock Resort wird Mitte 2017 eröffnet. Es handelt sich um ein autofreies Resort mit 30 Gebäuden, darunter dem Bürgenstock-Hotel, dem Palace-Hotel und dem Waldhotel mit total 766 Betten, einem 10'000 Quadratmeter grossen Alpine-Spa sowie einem Konferenzzentrum. 68 Suiten, zwölf Restaurants und Bars sowie ein umfassendes Freizeitangebot runden das Bild ab. Insgesamt werden rund 500 Millionen Franken investiert.

Hinter dem Resort steht die Katara Hospitality Switzerland AG mit Sitz in Zug. Sie ist die Betreibergesellschaft für Schweizer Hotels eines katarischen Staatsfonds. Neben dem Bürgenstock Resort gehört auch der Schweizerhof in Bern und das Royal Savoy in Lausanne zu Katara Hospitality.

Mit der Zusammenarbeit betritt der Uhrenkonzern nicht Neuland. Swatch hat sich auch beim geplanten Shopping-Megaprojekt «The Circle» am Flughafen Zürich auf einer Fläche von 800 Quadratmetern eingemietet, wie kürzlich bekannt wurde.

Konzession für neue Standseilbahn erteilt

Die Betreiber sind trotz den gegenwärtigen Schwierigkeiten in der Tourismus-Branche optimistisch. Sie rechnen dereinst mit 100‘000 Tagesbesucher pro Jahr sowie 150‘000 Übernachtungen, wie Bruno H. Schöpfer, Managing Director von Katara Hospitality Switzerland, sagte. Neben dem Hotelbetrieb setzen die Betreiber auf Gesundheitstouristen, die sich im Resort behandeln lassen können, sowie auf Konferenzen, Residenz-Gäste und Ausflügler aus der Region.

Bei der Verkehrserschliessung sind die Arbeiten laut Bruno H. Schöper auf Kurs. So liegt seit kurzem die Konzession für den Bau einer Standseilbahn von Kehrsiten auf den Bürgenstock vor. Die Baukosten für die neue Standseilbahn werden auf 15 Millionen Franken geschätzt. Zudem soll eine Schiffsverbindung von Luzern nach Kehrsiten geschaffen werden.

Hinweis: Die Zusammenarbeit schliesst auch das Hotel Royal Savoy in Lausanne ein. Auch in diesem will Swatch in 26 Vitrinen ausgewählte Uhrenmarken ausstellen.

pd/rem/sda

485 Millionen Franken investiert eine Gruppe aus Katar, um auf dem Bürgenstock zu bauen. Das neue Resort soll Ende 2014 eröffnet werden. Der Startschuss für die Vermittlung der ersten Bürgenstock-Wohungen ist gefallen.


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