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«Ein guter Tag für Nidwalden»

STANS ⋅ Nidwalden hat mit Befriedigung auf den Vorschlag der Nagra reagiert, den Wellenberg als Standort für ein Tiefenlager nicht mehr weiterzuverfolgen. Offene Freude gezeigt wurde aber nicht.

Hans Wicki, Baudirektor von Nidwalden, sagte es sei kein Freudentag, aber ein guter Tag. Nidwalden dürfe sich nach dem Entscheid nicht zurücklehnen, sondern müsse weiterhin an der Sache dranbleiben. Der Entscheid der Nagra sei aber nachvollziehbar und werde begrüsst.

Michael Aebersold vom Bundesamt für Energie (BFE) trat einem möglichen Jubilieren in Nidwalden ebenfalls entgegen. Er sagte, der Entscheid der Nagra sei ein wichtiger Zwischenschritt. Es sei aber noch keine potentielle Standortregion definitiv ausgeschieden. Korrekturen seien noch immer möglich.

Aebersold betonte, dass der Wellenberg nicht aus politischen Gründen aus dem Rennen genommen worden sei. Er sprach damit den rund 30 Jahre langen Kampf der Nidwaldner mit mehreren Volksentscheiden gegen ein Tiefenlager für schwach- und mittelaktive Abfälle im Wellenberg an.

«Es ist kein Freudentag, aber ein guter Tag»

Hans Wicki, Baudirektor von Nidwalden

Der Wellenberg liegt in Wolfenschiessen am Rande zu Engelberg . Der Gemeindepräsident von Wolfenschiessen, Hans Kopp, bezeichnete den Entscheid der Nagra als Lichtblick und zeigte sich erleichtert, dass die grossen Diskussionen nun vorüber seien.

Paul Federer, Baudirektor von Obwalden, sagte, dass ein Tiefenlager den Tourismus im Engelbergertal hätte treffen können. Er sagte, es müssten spezielle Erkenntnisse aufkommen, dass der Wellenberg vom Platz sechs nach vorne rücken könnte.

Der Wellenberg erfüllt aus der Sicht der Nagra zwar die Anforderungen für die Lagerung von schwach- und mittelaktiven Abfällen. Er schnitt aber im Vergleich zu anderen Standorten schlechter ab, dies wegen der Langzeitstabilität und weil der Untergrund nicht einfach zu erforschen ist.

sda

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Leserkommentare (4)
  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 30.01.2015 22:03

    Das ist wie bei den Handyantennen. Jeder will jederzeit und überall besten Empfang haben, aber gegen Antennen laufen alle Sturm. Es ist nun mal der Preis, den wir für Atomstrom zu bezahlen haben, das schleckt keine Geiss und keine Volksabstimmung weg. Wenn mein Garten dafür als geeignet empfunden würde, täte ich ihn zur Verfügung stellen.

  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 30.01.2015 17:43

    Weshalb ein Freudentag? Ich kann nicht begreifen, dass man sich weigert , in Fässern verglastes Material zu lagern. Es sind ja nicht nur Abfälle aus der Kernenergie, sondern auch von Spitälern und div. Labors. Die natürliche Strahlung ist ja wesentlich höher. Zudem können diese Abfälle in einige Jahren weiterverarbeitet, also wiederverwendet werden. Alles nur politische Entscheide,. angstmacherei wie seinerzeit beim Waldsterben.

  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 30.01.2015 21:33
    als Antwort auf das Posting von Josef Hofstetter, Horw am 30.01.2015 17:43

    Sehe ich genau so wie Sie Herr Hofstetter. Zudem bedeutet ein Standort der Nagra auch qualifizierte Arbeitsplätze und allf. auch noch Steuereinnahmen. Die Lagerung wird sicher weitaus seriöser geplant und durchgeführt - nicht so wie zB. in Kölliken bei der Sondermülldeponie. Von dem her wirklich nur Angstmacherei.

  • lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet ()
    geschrieben am 30.01.2015 19:17
    als Antwort auf das Posting von Josef Hofstetter, Horw am 30.01.2015 17:43

    Wer macht hier wem Angst ? Sie scheinen nicht begreifen zu wollen2, dass sich die Nidwaldner Bevölkerung in insgesamt 4 Abstimmungen gegen ein Endlager ausgesprochen hat. Ausserdem wäre der Wellenberg bekanntlich nur suboptimal geeignet. Sagen die Experten. Wie wäre es mit der stillgelegten Mergelgrube in Horw ?

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