14'800 Flugbewegungen auf dem Flugplatz Kägiswil

LUFTFAHRT ⋅ Der Bund und der Kanton Obwalden legen im Oktober die Pläne für den künftigen Betrieb des Flugplatzes Kägiswil öffentlich auf. Diese schaffen die Voraussetzungen, dass der einstige Militärflugplatz, der seit 1956 zivil genutzt wird, in ein privates Flugfeld umgewandelt werden kann.
28. September 2016, 09:33

Die öffentliche Auflage vom 30. September bis am 31. Oktober umfasst zwei Dokumente, wie die Obwaldner Staatskanzlei am Mittwoch mitteilte. Zum einen ist es das überarbeitete Objektblatt des Sachplans Infrastruktur der Luftfahrt (SIL) des Bundesamts für Zivilluftfahrt (BAZL) mit den Grundsätzen zum künftigen Flugbetrieb. Zum anderen publiziert der Kanton Obwalden aktualisierte Erläuterungen zum Richtplantext.

Im Grundsatz soll der Betrieb am Flugplatz im bisherigen Rahmen weitergeführt werden. Im Zentrum stehen die fliegerische Aus- und Weiterbildung, Touristik- und Geschäftsflüge sowie der Motor-, Segelflug- und Fallschirmsport. Zusätzlich wollen die Behörden die Ansiedlung einer Helikopterbasis für Arbeitsflüge ermöglichen. Die Basis soll bestehende Aussenlandestellen in Giswil ersetzen. Ein Schulungsbetrieb mit Helikoptern ist ausgeschlossen.

Die maximale Zahl der jährlichen Flugbewegungen wird auf rund 14'800 festgelegt. Dies entspricht in etwa dem bisherigen Regime mit durchschnittlich 12'000 Bewegungen in den vergangenen vier Jahren.

Weiter ist vorgesehen, die 900 Meter lange Piste mit versetzten Schwellen zu verkürzen. Zudem soll sie rund zehn Meter verschmälert werden. Das gewonnene Land könnte zur ökologischen Aufwertung oder als Ersatz dienen für Fläche, die andernorts für Projekte zum Schutz vor Naturgefahren verwendet wird.

Die ehemaligen Militärunterstände sollen aufgegeben und vollständig abgebrochen werden. Als Ersatz ist ein neuer Hangar geplant. Der Bund gibt den Flugplatz dem Kanton im Baurecht ab. Die Flugplatzgenossenschaft Obwalden (FGOW) übernimmt die Halterschaft.

Der Flugplatz Kägiswil nördlich des Dorfes Sarnen ist ein ehemaliger Reduitflugplatz der Schweizer Luftwaffe. Seit 1996 wird die Hartbelagpiste nur noch für die Zivilfliegerei genutzt.

Die Obwaldner Regierung wollte den Flugplatz 2013 von der armasuisse kaufen und stilllegen. Das Stimmvolk lehnte dies ab. Zivile Nutzer des Flugplatzes hatten das Referendum ergriffen. Der Flugplatz darf gemäss geltendem Sachplan des Bundes nur provisorisch betrieben werden. (sda)


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