Abfall illegal entsorgt

ALPNACH ⋅ Erneut haben Umweltverschmutzer zugeschlagen. Im Naturschutzgebiet beim Schlierensammler wurde wieder kiloweise Güsel illegal deponiert.

24. September 2016, 05:00

Der Leiter des Alpnacher Werkdienstes ist verärgert. Gestern mussten Mitarbeiter von Sascha Zurmühle sich erneut um illegal deponierten Abfall kümmern. Der oder die Umweltsünder haben in der Nacht oder am frühen Morgen etwa 60 bis 80 Kilogramm Güsel in der Schlieren­rüti illegal entsorgt. Die Fundstelle ist am gleichen Ort, wo bereits im Februar rund 300 Kilogramm Müll illegal deponiert worden waren (wir berichteten).

«Im Naturschutzgebiet seinen Abfall hinzukippen, ist einfach eine Schweinerei», regt sich Sascha Zurmühle auf. Alu-Rohre, Krücken, Ständerlampe, Isolationsmatte, Kinderbett mit Matratze, Staubsauger und weiteres Material mussten seine Mitarbeiter mit einem Kleinlastwagen abholen und der korrekten Entsorgung zuführen.

«Den grössten Teil hätte man gratis entsorgen können. Würde man das Material beispielsweise zu den Firmen WSA-Recycling oder Trarec bringen, kostete es maximal 10 Franken», bringt Zurmühle sein Unverständnis auf den Punkt. Wenn man sich dann überlege, was die korrekte Entsorgung nun für die Gemeinde für einen Aufwand gebracht habe, sei das ein Wahnsinn. Noch vor der Entsorgung hat er den Abfall genauer untersucht, um vielleicht einen Hinweis auf den Verursacher zu finden. Gebracht hat es nichts, auf dem Staubsauger sei zwar eine Seriennummer, die aber nicht zum Besitzer führte.

«Früher oder später erwischen wir jemanden»

Auf eine Anzeige gegen unbekannt bei der Polizei habe man verzichtet. Dafür sei der Fall dann doch wieder zu unbedeutend. Es gab keine direkte Umweltverschmutzung, und es sei nichts in den Boden gelaufen. «Würden wir aber den Verursacher kennen, dann gäbe es eine Anzeige wegen Litterings, was eine Busse von vielleicht 100 Franken bedeutet und auch eine Verrechnung unseres Arbeitsaufwandes», sagt Sascha Zurmühle.

Seit Januar ist er Leiter des Alp­nacher Werkdienstes und stellt fest, dass es grundsätzlich eher besser werde. Die Leute seien zwar schon sensibler und hätten Verständnis. Man müsse aber immer dranbleiben. «Das Einsammeln von Abfällen in kleinerem Ausmass im Naturschutz­gebiet ist für uns nach wie vor ein Tagesgeschäft. Und grössere Mengen von illegal entsorgtem Güsel gibt es auch jeden Monat ein- bis zweimal.» Weil das Problem der Gemeinde bekannt ist, lässt sie das Gebiet Schlierensammler, wo Abfallsünder leider ideal zufahren und «entladen» können, vermehrt vom Werkhof kontrollieren. Ertappt hat man bisher noch niemanden. «Wir sind aber fast zu allen Zeiten immer wieder vor Ort. Ich bin sicher, dass wir früher oder später jemanden erwischen», sagt Sascha Zurmühle. Man sei auch für Hinweise dankbar. Einerseits, um die Abfälle sofort zu entsorgen, anderseits, um Verursacher ausfindig zu machen.

Philipp Unterschützphilipp.unterschuetz@ obwaldnerzeitung.ch


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