Alpnach nimmt «Geschenk» gerne

FINANZEN ⋅ Um über 1,8 Millionen Franken besser als budgetiert schliesst die Gemeinderechnung 2016 ab. Auch dank den ausserordentlichen Steuereinnahmen der Gemeinde Sarnen und des Kantons.
21. April 2017, 07:52

«Erfreut, aber ohne überschwänglich zu werden», so kommentierte der Alpnacher Gemeindevizepräsident und Finanzchef Marcel Moser am Donnerstag an einer Presseorientierung die Rechnung 2016 mit dem unerwarteten «Geschenk». Budgetiert war nämlich für 2016 lediglich ein Ertragsüberschuss von rund 230 000 Franken, die ordentliche Rechnung schliesst nun aber mit einem Ertragsüberschuss von rund 2,2 Millionen Franken ab.

«Dieses ausserordentlich gute Resultat ist hauptsächlich darauf zurückzuführen», so heisst es im Bericht des Gemeinderates, «dass Alpnach aus dem kantonalen Finanz- und Lastenausgleichsfonds rund 1,93 Millionen Franken mehr erhalten hat als budgetiert.» Damit profitiert die Gemeinde Alpnach indirekt von ausserordentlichen steuerlichen Leistungen einer einzelnen Person, welche die Gemeinde Sarnen und der Kanton Ende 2015 verbuchen konnten. Dadurch sei der Fonds für den Finanz- und Lastenausgleich «prall gefüllt» worden, was unter anderem Alpnach als eine der Nehmergemeinden im Finanz- und Lastenausgleich zugutegekommen sei, erklärte Finanzchef Marcel Moser.

Willkommenes Geld für Wasserbauprojekte

Der Gemeindeversammlung vom 18. Mai wird nun allerdings nicht ein Ertragsüberschuss von 2,2 Millionen Franken zur Genehmigung vorgelegt, sondern bei einem Gesamtertrag von 24,6 Millionen Franken «nur» ein solcher von netto rund 577 000 Franken. Dieser übertrifft das Budget aber immer noch um 347 000 Franken. Laut Finanzchef Moser erlaubt nämlich das sehr gute Rechnungsergebnis zusätzliche Abschreibungen von 112 000 Franken sowie eine weitere Rücklage von 1,5 Millionen Franken für die Vorfinanzierung der Wasserbauprojekte Kleine Schliere und Sarneraa. Damit sind per Ende 2016 nun insgesamt 2,3 Millionen Franken als Eigenkapital im «Wasserbaukonto».

Um rund 210 000 Franken unter dem Budget liegt der Steuerertrag. Auch bei der Erbschafts- und Schenkungssteuer waren keine speziellen «Geschenke» zu verzeichnen. Bei budgetierten 50 000 Franken wurden 84 000 Franken eingenommen. Diese Steuer wird bekanntlich ab 2017 wegfallen.

Beim Aufwand sind die gegenüber dem Budget höheren Personal- und Abschreibungsaufwendungen durch den tieferen Sach- und übrigen Betriebsaufwand ausgeglichen worden. «Wir können eine gute Budgetdisziplin vorweisen», kommentierte Finanzchef Moser.

Weiter abgebaut werden konnte die Nettoverschuldung. Sie liegt mit 2086 Franken pro Einwohner um 390 Franken tiefer als vor Jahresfrist, was als «mittlere Verschuldung» gilt. Der Selbstfinanzierungsgrad beträgt rund 196 Prozent (Vorjahr 111).

Über die Investitionsrechnung musste gemäss Finanzhaushaltgesetz die Verschiebung des Vockigenhauses (für schulergänzende Massnahmen genutzt) sowie der Freizeitanlage Städerried vom Finanzvermögen ins Verwaltungsvermögen gebucht werden.

Robert Hess

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Hinweis

Gemeindeversammlung, Donnerstag, 18. Mai, 20 Uhr, Singsaal. Einziges Traktandum ist die Gemeinderechnung 2016.


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