Bruder Klaus geht auf Wanderschaft

SACHSELN ⋅ Nicht alle konnten sich seinerzeit mit dem Standort für die Bruder-Klaus-Statue anfreunden. 13 Jahre später bringt nun der Gemeinderat plötzlich eine provisorische Änderung ins Gespräch.

18. März 2017, 05:00

Markus von Rotz und Carina Odermatt

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Es gehe nicht, dass Bruder Klaus auf gleicher Höhe wie die Fussgänger platziert sei, kritisierten 2006 Anwohner den neuen Standort der Statue des Landesheiligen im Zentrum Sachselns. Dieser müsste «in Würde über dem Volk stehen», zitierte die damalige Gemeindepräsidentin Margrit Freivogel aufgebrachte Einwohner. In einem Leserbrief hatte eine Frau bemängelt, in der Abstimmungsbotschaft zur Neugestaltung des Dorfkerns als Folge des grossen Hochwassers 1997 sei versprochen worden, dass die Statue auf einem deutlich höheren Podest stehen würde als ausgeführt. «Wie ein Gartenzwerg» müsse er an der Mauer sein Dasein fristen.

Vermehrt Stimmen für besseren Standort

In den vergangenen 13 Jahren blieb die Statue an ihrem Ort unterhalb der Pfarrkirche. Ausgerechnet jetzt zu Beginn des Jubiläumsjahres packt der Gemeinderat das damals heikle Thema wieder an. Er wolle Bruder Klaus vorübergehend talwärts an einem besser sichtbaren Ort platzieren (Ausgabe vom Freitag).

Warum kommt man just jetzt auf die Idee, und warum sucht man nicht erst einen definitiven Standort? Gemeindepräsident Peter Rohrer begründet dies so: «Zum Anlass des 600-Jahr-Jubiläums haben die Einwohner ihre Stimme lauter erhoben als vor dreizehn Jahren. Wer auf dem ­Jakobsweg vorbeiläuft, konnte die Statue auf dem jetzigen Standort leicht übersehen. Damals wurde vor allem die Höhe des Sockels diskutiert und weniger der Standort der Statue. Jetzt wird ein Anlauf unternommen, die Statue doch besser zu platzieren und zu erhöhen.»

Für Überlegungen zu einer definitiven Platzierung aber wolle sich der Gemeinderat noch Zeit lassen, so Rohrer: «Im Hinblick auf das Jubiläum hat es nicht mehr gereicht, sodass die Statue erst einmal provisorisch umplatziert wird. Man wollte das erledigen, bevor das Wasser des Brunnens wieder läuft.» Der vorläufige Standort liege direkt vor dem Museum Bruder Klaus. Für die Zukunft sei noch nichts definitiv. Die Liegenschaftskommission sei «sehr offen für verschiedene Ideen» für eine gut sichtbare Position von Bruder Klaus. «Wahrscheinlich wird er nicht am neuen, temporären Standort bleiben», meint Rohrer.

2004 hatte man die Statue vorübergehend am Sarnersee platziert. Sie musste den Bauarbeiten am damaligen Standort beim Dorfbrunnen an der Brünigstrasse weichen. Für den neuen Standort wünschte man sich damals, dass die Statue eine Rückwand erhalte. Deshalb wählte man den aktuellen Standort am Aufgang zur Pfarrkirche.


Login


 

Leserkommentare

Anzeige: