Buchhandlung des Jahres steht in Sarnen

SARNEN ⋅ Bücher Dillier ist zur Schweizer Buchhandlung des Jahres gewählt worden. Für den Geschäftsführer ist es eine Wertschätzung der Arbeit.
02. Juni 2016, 05:00

Martin Uebelhart

Zusammen mit zwei weiteren Buchhandlungen war Bücher Dillier für den Preis «Buchhandlung des Jahres» des Schweizerischen Buchhändler- und Verlegerverbandes (SBVV) nominiert. Eine Expertenjury – zusammengesetzt aus Verlagsvertretern, den Siegern des Vorjahres und der Redaktion des «Schweizer Buchhandels» – nominierte neben der Sarner Buchhandlung die Buchhandlung am Hottingerplatz, Zürich, sowie Klappentext, Weinfelden. Alle drei überzeugten mit einem ausgesuchten Sortiment, stimmigen Konzepten, Ideenreichtum und hohem Servicebewusstsein, schreibt der SBVV in einer Mitteilung. Die siegreiche Buchhandlung Bücher Dillier würdigte die Jury als Familienbetrieb, der es in kurzer Zeit geschafft habe, zu einem kulturellen Treffpunkt zu werden und eine ganze Region für sich zu gewinnen. Gewählt haben Leserinnen und Leser des Branchenmagazins «Schweizer Buchhandel» sowie Unterstützer und Kunden der Nominierten. Mitgemacht haben rund 5500 Personen.

«Am Ende hatten wir einen Vorsprung von 30 Stimmen», weiss Alban Dillier, Geschäftsführer der Sarner Buchhandlung. Die Auszeichnung – sie ist verbunden mit einem Preisgeld von 5000 Franken – freut ihn. «Es ist eine Wertschätzung für unsere Arbeit.»

Lesungen und regionale Werke

Marta und Geri Dillier hatten 2009 die von der Schliessung bedrohte Buchhandlung Pfammatter gekauft. Ihr Sohn Alban leitet das Unternehmen als Geschäftsführer. Was macht den Sarner Buchladen so speziell? «Wir haben eine grosse Auswahl an regionalen Büchern, die sich mit Obwalden beschäftigen, seien es zum Beispiel Geschichtsbücher oder Bildbände», sagt Alban Dillier auf die Frage. Ein wichtiger Punkt sei auch die IG Buch Obwalden, zu welcher sein Vater zusammen mit dessen Schwester Doris die Idee hatte und die regelmässig Lesungen hauptsächlich von Schweizer Autorinnen und Autoren in der Buchhandlung veranstaltet. «Bei diesen Veranstaltungen sehen wir Kundinnen und Kunden auch ausserhalb der Öffnungszeiten und können sie besser kennen lernen», sagt Alban Dillier. Und das Team das Ladens erbringe mitunter auch Dienstleistungen, die über die Beratung und den Verkauf von Büchern hinausgehen. «Es hat sich etwa herumgesprochen, dass wir nach Möglichkeit auch vergriffene Bücher für die Kunden bestellen, die sich nicht mehr einfach so auftreiben lassen.»

Buch ist kein Auslaufmodell

Die Entwicklungen der jüngsten Zeit sind nicht an der Buchhandlung vorbeigegangen. Auf der Website kann man online Bücher bestellen, sie liefern lassen oder im Laden abholen. «Online- und telefonische Bestellungen machen rund einen Drittel des Volumens bei uns aus», hält Dillier fest. Der Rest geht in der Buchhandlung über den Ladentisch. Er glaubt nicht, dass das gedruckte Buch ein Auslaufmodell ist. Im Gegenteil: «Ich denke, dass es eher wieder einen Trend hin zum Bewährten und Handfesten gibt.» So sei etwa der Verkauf von E-Books in seiner Buchhandlung seit einiger Zeit eher rückläufig. «Es wird immer genug Leute geben, die den Austausch und die Beratung im Buchladen schätzen», ist Dillier überzeugt. Wenn sie einen guten Tipp für Lesestoff erhielten, kämen sie wieder. «Und mit der Zeit kennen wir die Vorlieben unserer Kunden und wissen, was ihnen vielleicht auch noch gefallen könnte.»


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