Daniel Albrecht schwört auf Obwaldner Know-how

ALPNACH/FIESCH ⋅ Die Holzbaufirma Walter Küng hat sich mit Bau von Häusern ganz aus Holz einen Namen gemacht. Jetzt gehört gar Ex-Skirennfahrer Daniel Albrecht aus Fiesch zum Kundenstamm.
11. Oktober 2016, 05:00

Matthias Piazza

Vor drei Jahren nahm das Holzbauunternehmen Walter Küng AG die Vollholzproduktion in Alp­nach in Betrieb. Erfolgreich: Rund 40 Häuser hat die Firma in der Schweiz gebaut – ganz aus Holz, ohne Metall, Leim und chemische Baustoffe. Dafür mit Holz aus einheimischen Wäldern. Zurzeit ist der Betrieb mit 65 Mitarbeitern an einem besonderen Auftrag: ein Haus, ganz aus Holz, für den ehemaligen Skirennfahrer Daniel Albrecht in Fiesch VS.

Wie kommt ein Obwaldner Betrieb zu so einem Auftrag im 100 Kilometer entfernten Fiesch? Geschäftsleiter Stephan Küng erklärt: «Als wir im Wallis das zweite Holzhaus bauten, erfuhr ich per Zufall, dass Daniel Albrecht eine grosse Bauparzelle gekauft hat für den Bau eines Hauses. Spätabends schrieb ich ihm ein Mail und pries ihm unsere Bauweise an.» Albrecht war an dieser Bauweise interessiert und hatte bis anhin keinen Schweizer Unternehmer gefunden und sich bereits in Österreich umgesehen.

Der Kontakt mit Küng kam zu Stande. «Für Daniel Albrecht ist ökologisches Wohnen mit natürlichen Baumaterialien wichtig», weiss Küng. Und preist die vielen Vorteile des Baustoffes an: «Holz braucht keine zusätzliche Isolation, ist warm und wirkt beruhigend.» Er ist darum von der Zukunft des Holzhauses überzeugt, trotz rund 10 Prozent höherer Baukosten.

Zum richtigen Zeitpunkt gefällt

Vergangenen Dezember ging er mit dem speziellen Kunden in einem Wald in Münster (Obergoms) Bäume aussuchen. Das Holz wurde am passenden Mondtag geschlagen: bei abnehmendem Mond und idealer Mondkonstellation. Das sei wichtig für die Holzqualität. «An diesen Tagen fliesst weniger Wasser durch den Baum und damit auch weniger Inhaltsstoffe, die den Befall durch Pilze oder Käfer beschleunigen können. Auch spart man die Hälfte der Kosten für die Trocknung des Holzes, da diese schneller und auf natürlichem Wege abläuft», erzählt Küng.

Bis Mitte Mai ruhte das Holz im Wald, bevor die Lärchen und Fichten in der Alpnacher Zimmerei zu vierzehn auf drei Meter grossen Bauelementen verarbeitet wurden – auf dem 54 Meter langen, mit 26 Achsen gesteuerten Produktionstisch, der eigens für die Herstellung solcher Elemente entwickelt und patentiert wurde. Rund 100 Bäume wurden verarbeitet, was 200 Tonnen oder 450 Kubikmetern entspricht.

In diesen Tagen wird in rund zehn Fuhren der spezielle Baustoff nach Fiesch gebracht, wo innert einer Woche ein Holzhaus entsteht. Für Stephan Küng ist Kunde Daniel Albrecht die ideale Referenz für die ökologische Bauweise. «Als junger Mensch, der sich nach dem schweren Sturz 2009 wieder gefangen hat, ist er ein wertvoller Botschafter für Holzhäuser. Für unser Personal ist der Auftrag ein besonderer Ansporn und für unser kleines Unternehmen eine grosse Ehre.»

Schweizer Werte überzeugten ihn

«Ich bin sehr glücklich, dass ich mit Stephan Küng einen Schweizer Unternehmer gefunden habe, der Schweizer Werte wie Genauigkeit und Zuverlässigkeit lebt.» Für die spezielle Bauweise entschied er sich, weil er als ehemaliger Profisportler, der viel unterwegs war, gelernt habe, wie wichtig es sei, in einem Haus zu wohnen, in dem er sich wohl fühle und optimal erholen könne. «Dafür ist das Holzhaus genau das Richtige.» Im Februar ist der Einzug geplant, mit seiner Frau und seinem ersten Kind, das im November zur Welt kommt.


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