Der «Schuss» geht nach hinten los

ALPNACH ⋅ Eine Bauernkomödie mit einem überraschenden Ende und hervorragenden Darstellern bringt das Theater Alpnach auf die Bühne. Die Premiere vom Samstagabend war ein voller Erfolg.
20. März 2017, 08:09

Birgit Scheidegger

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Einen turbulenten Vierakter erleben die Zuschauer mit «Dr Wittlig» aus der Feder von Andreas Zimmermann. Das Stück lebt von der Situationskomik, und Regisseur André Mathis ist es gelungen, die Rollen hervorragend zu besetzen. Auffallend ist vor allem, wie gut Jung und Alt zusammenspielen, erstaunlich die grosse Anzahl von 24 Spielleuten und Musikanten, die in dem Stück mitwirken.

Die Premiere im voll besetzten Singsaal im Schulhaus Alpnach zeigte, dass die Regie mit der Komödie ins Schwarze getroffen hat. Vor allem im dritten und vierten Akt wurde ordentlich auf die Lachtränendrüse gedrückt, und der langsam angerührte Theater-Cocktail ergoss sich mit Situationskomik und hervorragender Darstellung über die Besucher. Erwähnenswert ist vor allem auch die Kulisse, die in jedem Akt wechselt und drei verschiedene Orte darstellt. Sowie der Anfang des Stückes, der als Film auf einer Leinwand gezeigt wird. Das Stück selber spielt in den 1930er-Jahren in einer ländlichen Gegend und gibt die Schwächen und Schlichen der Landleute preis.

Bergbauer Holdener und der zweite Frühling

Zum Stück: Nachdem die Frau von Bergbauer Holdener verstorben ist, erlebt er seinen zweiten Frühling. Er engagiert den umstrittenen und etwas undurchsichtigen Viehhändler Venturi Heinzer (Florian Fanger), der ihm helfen soll, eine neue Frau zu finden. Tatsächlich wird dieser in der Person der Flueberg-Bäuerin Maria Schuler (Angela Mathis) fündig. Hans Holdener (Oskar Langensand) lädt seine ganze Verwandtschaft sowie Maria als Überraschungsgast zum Johannisfest ein. Doch der «Schuss» geht nach hinten los, und es gibt eine ganz andere Überraschung, als Hans es sich gewünscht hatte. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden.

Die Spielleute verkörpern die Rollen hervorragend. Vor allem der Hauptdarsteller Oskar Langensand als Bauer Hans Holdener sowie der jüngste Darsteller Joel von Rotz (im Stück Veri, das Patenkind von Holdener) zeigen eine Glanzleistung.

Spielfreude bringt Leben ins Stück

Die grosse Anzahl sowie die überschäumende Spielfreude der Darstellerinnen und Darsteller bringen Leben ins Stück, der Zuschauer ist allerdings gefordert, sich voll und ganz auf die Komödie zu konzentrieren. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass die Souffleusen Jade Lê und Tanja Küchler nie merklich in Aktion treten mussten – bei den Spielleuten sass der Text. Die Premiere ist gelungen, jetzt freut sich das Theater auf die weiteren Vorstellungen. Das ausgesuchte Stück ist spannend und stellt menschliche Züge und Schwächen dar.

Hinweis

Weitere Aufführungen im Singsaal des Schulhauses Alpnach: 25., 28. und 31. März, 1., 5., 7. und 8. April, jeweils um 20 Uhr; 26. März (14 Uhr), 2. April (17 Uhr). Vorverkauf: Anni Zurmühle, Tel. 041 671 08 32, Dienstag, Mittwoch und Freitag, 18–19 Uhr, oder über www.theater-alpnach.ch


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