Die Obwaldner Erbschaftssteuer wird abgeschafft

FINANZEN ⋅ In Obwalden werden die Erbschafts- und Schenkungssteuern abgeschafft. Bei Kanton und Gemeinden fallen jährlich 600'000 Franken Steuereinnahmen weg.

27. November 2016, 13:58

Das Stimmvolk hat mit 71 Prozent Ja-Stimmen dem Plan von Regierung und Parlament zugestimmt, den Kanton für vermögende Zuzüger so attraktiver zu machen. 8920 Personen stimmten für die Abschaffung, 3619 waren dagegen. Alle Obwaldner Gemeinden sagten Ja. Die Stimmbeteiligung betrug 49 Prozent.

Mit dem Verzicht fallen beim Kanton und den Gemeinden zunächst geschätzt jährlich 600'000 Franken an Steuereinnahmen weg. Die Regierung und die bürgerliche Mehrheit im Parlament rechnen jedoch damit, dass die Ausfälle innert weniger Jahre kompensiert werden - dank einiger weniger reicher Zuzüger. Unter dem Strich sollen also die Steuereinnahmen steigen.

Zur Minderung der Steuerausfälle will der Kanton in den Jahren 2017 bis 2019 jährliche Ausgleichsbeiträge an die Gemeinden auszahlen.

In der Schweiz wurden bislang mit Ausnahme von Schwyz in allen Kantonen Erbschafts- und Schenkungssteuern erhoben. Luzern verzichtet jedoch ebenfalls auf die Besteuerung der meisten Schenkungen. Die direkten Nachkommen müssen nur in den Kantonen Appenzell Innerrhoden, Waadt, Neuenburg und teilweise Luzern Erbschaftssteuern zahlen, in den anderen 22 Kantonen nicht.

Der Bund erhebt keine Erbschafts- und Schenkungssteuern. Eine Volksinitiative für eine nationale Erbschaftssteuer scheiterte im Juni 2015 an der Urne.

Die Resultate der Obwaldner Gemeinden:

Gemeinde Ja-Stimmen Nein-Stimmen
Sarnen 2525 1030
Kerns 1364 575
Sachseln 1222 514
Alpnach 1373 625
Giswil 797 379
Lungern 535 242
Engelberg 1104 254
Kanton Obwalden 8920 3619


rem/sda


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