Gemeinde beseitigt die Verschuldung

ENGELBERG ⋅ Die Aufwertung einer Liegenschaft hat grosse Auswirkungen auf die Rechnung 2016. Auch sonst schaut der Finanzchef der Gemeinde auf ein positives Jahr zurück.
12. April 2017, 08:31

Die Abweichung ist immens. Statt budgetierten 1,2 Millionen stehen über 6,6 Millionen Franken beim Posten Finanzertrag in der Jahresrechnung 2016 der Gemeinde Engelberg. Finanzchef Seppi Hainbuchner klärt auf: «Es handelt sich um eine Wertberichtigung der Liegenschaft Unteres Eggli, die sich in der Bauzone und im Besitz der Gemeinde befindet.» Da dieser Schritt längst fällig gewesen sei, beträgt die Berichtigung gleich satte 5,3 Millionen Franken. Neu hat die 26000 Quadratmeter grosse Liegenschaft zwischen Skigebiet Ochsenmatt und Ferienhaussiedlung Barmettlen einen Wert von 7 Millionen. Laut Hainbuchner existieren zwar grobe Planungen über das Gebiet. Es steht aber noch nicht fest, zu welchen Preisen die einzelnen Parzellen veräussert werden. Auch die Erschliessung steht noch aus.

Auch wenn die Wertberichtigung nicht mit liquiden Mitteln gleichzusetzen ist, hat sie den Nebeneffekt, dass die Gemeinde zusätzliche Abschreibungen von 6,2 Millionen Franken vornehmen konnte. Zudem wurde erstmals eine Einlage von 1 Million Franken in die finanzpolitische Reserve getätigt. Diese kann beispielsweise für grössere Projekte verwendet werden. Die Rechnung 2016 schliesst bei einem Gesamtaufwand von 33,2 Millionen mit einem Mehrertrag von 1,5 Millionen positiv ab. Dass im Budget ein Plus von knapp 2,1 Millionen Franken erwartet wurde, kann angesichts der ausserordentlichen Abschreibungen und der angelegten Reserve als verkraftbar taxiert werden.

Eigenkapital nun höher als Fremdkapital

Was Seppi Hainbuchner besonders freut: Dank diesem Ergebnis konnte die Pro-Kopf-Verschuldung von 442 Franken in ein pro-Kopf-Vermögen von 808 Franken umgewandelt werden. Die Gemeinde besitzt inzwischen mehr Eigen- als Fremdkapital, nämlich 24 Millionen. Der Selbstfinanzierungsgrad stieg im Berichtsjahr von 170 auf 218 Prozent an.

Zufrieden kann der Gemeinderat auch mit den Abschlüssen von Erlenhaus, Sporting Park und Schwimmbad sein. Bei einem Aufwand von 5,2 Millionen Franken resultierte beim Erlenhaus ein Gewinn von knapp 128700 Franken. Dies ist unter anderem einem geringeren Personalaufwand und einer guten Belegung zu verdanken. Die erfreuliche Auslastung in der Eishalle, mehr Events in der Tennishalle und ein gutes Weihnachtsgeschäft haben zum Ertragsüberschuss von 76700 Franken beim Sporting Park beigetragen. Der Verlust beim Schwimmbad konnte mit 48900 Franken deutlich tiefer gehalten werden als erwartet.

Entsorgungshof soll aufgewertet werden

An der Talgemeinde werden den Bürgern zudem mehrere Kredite unterbreitet. So kommt die Sanierung des mittleren Friedhofteils teurer als geplant. Neben den bereits gesprochenen knapp 2 Millionen Franken ersucht der Gemeinderat um einen Nachtragskredit von 190000 Franken. Als Hauptgrund dafür gibt er die nasse Witterung von April bis Juli an, was für ein tiefes Terrain und die zeitweilige Einstellung der Arbeiten gesorgt habe. Mit zwei Bauvorhaben will der Gemeinderat den Entsorgungshof Wyden aufwerten. Für 168000 Franken soll die alte Grüngut–sammelstelle überdacht, für weitere 121000 Franken ein Gebäudeanbau erstellt werden. Beides hat zum Ziel, zusätzliche geschützte Lagerflächen zu schaffen. «Das Angebot für die Rücknahme von Abfällen und Entsorgungsgütern hat sich in den letzten Jahren ständig erweitert. Die Lagerkapazität im Innern des Entsorgungshofs ist ausgeschöpft», begründet der Gemeinderat seine Botschaft.

Noch offen ist, ob auch ein Kredit über 190000 Franken für einen Fussgängersteg vom Sporting Park zum Schanzenareal vorgelegt wird. Die Gespräche für die beste Lösung liefen noch, heisst es. Sollte letztlich eine andere Variante favorisiert werden, würde das Geschäft abtraktandiert. Im Weiteren steht die Gesamterneuerungswahl der Geschäfts- und Rechnungsprüfungskommission für 2017 bis 2021 an. Zur Wiederwahl stellen sich Toni Niederberger, Markus Bösch und Erich Muff, hingegen treten Präsidentin Cornelia Kaufmann-Hurschler und Esther Schneider zurück.

 

Oliver Mattmann

oliver.mattmann@obwaldnerzeitung.ch

Hinweis

Talgemeinde Engelberg: Dienstag, 9. Mai, 20 Uhr, Aula Schulhaus Aeschi.


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