Gemeinde mietet sich bei den Benediktinern ein

SARNEN ⋅ Das Administrative rund um Geburten, Todesfälle und Eheschliessungen wird künftig im Konvikt statt im Gemeindehaus erledigt – wegen Platzmangel.
18. März 2017, 09:52

«Der verfügbare Raum im Gemeindehaus genügt den Bedürfnissen der Verwaltung nicht mehr.» Das schreibt der Sarner Gemeinderat in seinem jüngsten Mitteilungsblatt. Das Zivilstandsamt, welches Sarnen auch für die übrigen Obwaldner Gemeinden betreibt, wird deshalb kommenden Frühling ausgelagert. Und zwar ins Schwesternhaus (Konviktgebäude) «in zeitgemässe Räume» inklusive Trauungsraum. Der Mietvertrag mit dem Benediktiner-Kollegium Sarnen ist bereits unter Dach und Fach.

«Wir haben uns gefragt, welche Verwaltungseinheit sich für eine solche Auslagerung am besten eignet», erklärt Gemeindepräsident Paul Küchler auf Anfrage. Das in sich geschlossen funktionierende Zivilstandsamt mit vier Mitarbeiterinnen sei prädestiniert für einen solchen Schritt. «So lösen wir das Raum- und Parkplatzproblem im Gemeindehaus.» Die Ausquartierung von weiteren Abteilungen sei somit nicht vorgesehen.

Dass im Gemeindehaus gebaut werden müsste, ist alles andere als neu: Es soll für rund 6 Millionen Franken saniert werden. Nur blockiert ein seit Jahren schwelender Rechtsstreit dieses Vorhaben indirekt: Die Obwaldner Kantonalbank möchte ihren Hauptsitz an der Bahnhofstrasse vis-à-vis erneuern und ist seit 2012 in einem Provisorium an der Rütistrasse. Da ihr Projekt wiederholt vor Bundesgericht landete – mit ungewissem Ausgang –, sitzt die Bank bis auf weiteres im Provisorium fest. In dieses möchte die Gemeindeverwaltung einziehen, während das Gemeindehaus saniert wird.

Gemäss Gemeindepräsident Paul Küchler gibt es jedoch Licht am Ende des Tunnels: «2021 läuft der Vertrag der OKB für das Provisorium aus. Spätestens dann kann sich die Gemeinde dort einrichten.» (cri)


Leserkommentare

Anzeige: