Gut betreut – auch in Obwalden?

SARNEN ⋅ Die SP Obwalden widmete ihr 18. Landenbergforum der familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung.
18. April 2017, 10:01

Am Podium diskutierten Landammann Franz Enderli und Sonnie Burch, Gemeindevizepräsidentin von Kerns, Stefan Preier, Personalleiter Maxon Motor AG, und Michael Pfleghart, Informatiker und Vater, die Situation der Kinderbetreuung in Obwalden.

Gleich zu Beginn ihres Referats betonte Nicole Wildisen, Co-Präsidentin der SP Obwalden, dass für die Erziehung und Betreuung der Kinder in erster Linie die Eltern verantwortlich sind. «Im Kanton Obwalden decken ja auch die Eltern und das familiäre und nachbarschaftliche Umfeld die Betreuung der Kinder ab, und das ist gut so. Doch sind immer mehr Eltern auf familien- und schulergänzende Kinderbetreuung angewiesen.» Dokumentiert durch Videobotschaften verschiedener Eltern, Grosseltern, Kinder und Leiterinnen von familien- und schulergänzenden Betreuungsangeboten, zeigte Wildisen auf, dass die Nachfrage nach Kinderbetreuungsangeboten gross ist. Im vorschulischen Bereich sei das Angebot gut. Ein Problem entstehe, wenn die Kinder eingeschult werden, so Wildisen weiter. Sehr oft seien Eltern – meist Mütter – dann gezwungen, ihre Berufstätigkeit massiv zu reduzieren oder ganz aufzugeben. Diese Frauen gingen der Wirtschaft als Arbeitskräfte verloren. Ab Schuleintritt seien nämlich die Gemeinden derzeit nicht mehr verpflichtet, ein Angebot mittels Schultagesstätten oder Tagesfamilien sicherzustellen.

Eltern wünschen sich Kontinuität

Kerns nehme hier eine Vorreiterrolle ein, wie Gemeinderätin Sonnie Burch ausführte. «Kerns unterstützt seine schulergänzende Kinderbetreuung mit rund 80 000 Franken jährlich und kann so bezahlbare Betreuungsplätze für Kinder im Schulalter anbieten.» Dass auch ein Unternehmen grosses Interesse an der Betreuung der Kinder seiner Mitarbeitenden hat, zeigte Stefan Preier, Personalleiter der Maxon Motor AG, auf. Die Firma subventioniere ihre betriebseigene Kinderkrippe jährlich mit 250 000 Franken und könne daher Betreuungsplätze für 390 Franken im Monat anbieten.

Michael Pfleghart, Vater von zwei Kindern, wünscht sich Kontinuität nach Kindergarteneintritt und finanzierbare Betreuungseinrichtungen. Für Eltern sei es wichtig, dass sie sich auf die Kinderbetreuung verlassen könnten.

Landammann Franz Enderli verwies auf die Langfriststrategie des Regierungsrats, worin der Kanton bessere Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf schaffen will. Er unterstrich ebenfalls die Wichtigkeit von familien- und schulergänzenden Betreuungsangeboten. «Im Kanton Obwalden haben wir ein gutes Angebot im Vorschulalter. Wenn die Einschulung stattfindet, fehlt die Kontinuität. Deshalb brauchen wir eine Lösung, wie sie der Regierungsrat mit dem Nachtrag Bildungsgesetz vorgeschlagen hat.» (pd/red)


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