Historisches Museum zieht beim Zivilschutz ein

OBWALDEN ⋅ Ein neues Logistikzentrum für den Zivilschutz rückt näher. 4,55 Millionen Franken soll der Neubau in Kägiswil kosten. Ende Mai befindet der Kantonsrat über einen Kredit von 2,55 Millionen.
20. April 2017, 08:25

Der kantonale Zivilschutz soll endlich die unbestrittenermassen nötige, moderne und zweckmässige Basis erhalten. Bereits 2013 entschied der Kantonsrat, dass auf dem ehemaligen Fabrikgelände der Parqueterie Durrer in Kägiswil ein neues Logistikzentrum für den Zivilschutz gebaut werden soll. Die Sarner Bevölkerung genehmigte im November 2016 die nötige Umzonung des Grundstücks in die Zone für öffentliche Bauten und Anlagen. Die Zonenplananpassung hat der Regierungsrat im März 2017 genehmigt, nun legt er dem Kantonsrat Bericht und Antrag für den Kredit vor. Wie die Regierung in einer Mitteilung schreibt, wird das Geschäft am 31. Mai vom Kantonsrat behandelt.

Gebäude wird drei Stockwerke haben

Geplant ist ein schlichter und zweckmässiger Bau, der soweit möglich in Holz ausgeführt wird. Das zweiteilige Gebäude besteht aus einem dreigeschossigen, beheizten Kopfbau und einem unbeheizten Hallenbau. Eine stehende Holzschalung verbindet die beiden Teile zu einem Ganzen. Die sich ebenfalls auf der Parzelle befindende denkmalgeschützte Holztrocknungsanlage wird ins Gesamtprojekt integriert. Im zweiten Stock des Kopfbaus sind Aufenthalts- und Schulungsräume für den Zivilschutz vorgesehen. Im dritten Stock wird das Lager des Historischen Museums untergebracht.

«Drei Stockwerke sind auch die einzige wesentliche Änderung gegenüber dem zweistöckigen Vorschlag, den wir 2015 bereits dem Kantonsrat vorgelegt hatten», erklärt Landstatthalter Paul Federer, Vorsteher Bau- und Raumentwicklungsdepartement, auf Anfrage. «Wir kommen mit einem dritten Stock der Forderung des Kantonsrats nach, die Bauhöhe entsprechend den Vorschriften der Gemeinde Sarnen zu erfüllen.» Mit dem Museumslager habe man den idealen Nutzer gefunden. «Dieses muss seinen aktuellen Standort an der Museumsstrasse bis Ende 2019 verlassen.»

Im unbeheizten Hallenbau entstehen Lagerräume, Umschlagplätze und eine Werkstatt. Geplant sind zudem gedeckte ­Abstellplätze, ein Fahrzeugunterstand mit Waschplatz und Parkplätze.

Museum als Nutzer bringt leicht höhere Kosten

Die Gebäudeaufstockung und die Ausrüstung für das Museumslager sind auch der Grund, warum die Kosten des ursprünglichen Projekts von 4,2 Millionen Franken gestiegen sind. Der Neubau erfordert nun Gesamtinvestitionen in der Höhe von 4,55 Millionen Franken. 2 Millionen Franken können aus dem kantonalen Zivilschutzfonds entnommen werden, für die restlichen 2,55 Millionen Franken beantragt der Regierungsrat beim Kantonsrat einen entsprechenden Kredit.

Der Baubeginn ist für das Frühjahr 2018 vorgesehen. Er steht unter dem Vorbehalt von Einsprachen/Beschwerden, der Krediterteilung durch den Kantonsrat sowie der Erteilung der Baubewilligung durch die Gemeinde Sarnen. «Im Grundbuch ist ein Wegrecht garantiert. Offen ist, ob die Zufahrt zum Gelände genügt. Das werden wir in den nächsten Wochen bearbeiten, damit bis zur Baueingabe auch bezüglich Zufahrt Klarheit besteht», sagt Paul Federer. Es wird mit einer Bauzeit von ungefähr 15 Monaten gerechnet. Der Bezug des neuen Logistikzentrums soll im Sommer 2019 erfolgen.

 

Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@ obwaldnerzeitung.ch


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