Im Zentrum gibt es nun doch «Drillinge»

GISWIL ⋅ Die Zentrumsvision von 2012 hatte politisch keine Chance. Trotzdem entsteht bis 2018 mehr oder weniger dasselbe Projekt: Die Gemeinde, die OKB und die Zentralbahn geben dem Dorfkern ein neues Gesicht.

06. Oktober 2016, 05:00

2012 verwarfen die Giswiler an der Gemeindeversammlung eine Zentrumsüberbauung in Bahnhofsnähe. Geplant waren drei Gebäudekomplexe mit Tiefgarage. 8,37 Millionen Franken hätte das Projekt die Gemeindekasse gekostet. Für ein stark redimensioniertes Vorhaben gab es dann im Sommer 2015 an der Urne grünes Licht. Spatenstich war im Mai. Aktuell wachsen an exakt gleicher Stelle zwei Gebäude in die Höhe – praktisch Zwillinge. Die Bauherrin ist die Eberli Entwicklungs AG. Das nördlichere Objekt zwischen Brünigstrasse und Bahntrassee wird dereinst in den Besitz der Obwaldner Kantonalbank übergehen, das Gebäude in Bahnhofsnähe wird zum neuen Gemeindehaus.

Nun will offenbar die Zentralbahn nachziehen und zeitnah das alte Bahnhofsgebäude ersetzen. Die Eingabe für das Projekt soll bereits im Frühjahr 2017 erfolgen. Bis Ende 2018 könnten im neuen Zentrum so schon «Drillinge» stehen – also drei ähnliche Baukörper.

Ein Gesundheitszentrum mit Verwaltung

«Abgesehen von der Tiefgarage und einem Verbindungstrakt entsteht so im Wesentlichen das Projekt von 2012», freut sich Gemeinderat Hansruedi Abächerli über den Zuwachs bei einem Baustellenrundgang. Das Dorfzentrum werde so zusätzlich gestärkt, ist er überzeugt. Ein weiterer Pluspunkt aus Gemeindesicht: «Im Gegensatz zum ursprünglichen Projekt investieren wir 5,4 Millionen Franken und können jährlich gar noch rund 120 000 Franken Mietzinseinnahmen generieren», ergänzt René Kiser, Leiter Bau und Infrastruktur.

Und für die Dorfbevölkerung hat das dreistöckige Gebäude, von dem aktuell der Rohbau des Erdgeschosses steht, einiges zu bieten: Im EG und im ersten Obergeschoss sind die Räumlichkeiten der Gemeindeverwaltung zu finden. Im zweiten Obergeschoss mietet sich die Ärztegemeinschaft Bruno Dillier/Silvia Schmitz-Meier ein, einen Stock dar­über die Podologin Andrea Furrer. Dazu kommen drei kleinere Alterswohnungen. Aufgrund grosser Nachfrage kann René Kiser jetzt schon sagen: «Alle Räume sind bereits reserviert.»

Kern für die künftige Entwicklung

«Von hier geht die Initialzündung für die weitere bauliche Entwicklung in Giswil aus», erklärt Hansruedi Abächerli, auf der Deckenschalung über dem Erdgeschoss stehend. René Kiser zeigt in Richtung Gorgen, das Gebiet hinter den Bahngleisen: «Durch die anstehende Zonenanpassung werden dort mehrere zehntausend Quadratmeter Bauland für das Gewerbe geschaffen.» Die Siedlungsentwicklung werde fortan auf der gegenüberliegenden Seite zwischen Laui und Aa stattfinden.

Zurück zum Gemeindehaus: Im November geht es bereits eine Etage höher. Dann werden die Wände des ersten und des zweiten Obergeschosses hochgezogen. Der etwas weiter fortgeschrittene OKB-Rohbau sollte gar schon vor Weihnachten fertig sein, derjenige der Gemeinde dann im Januar 2017. Im Herbst ist dann die Schlüsselübergabe an die Eigentümer geplant. Beheizt werden die Gebäude dereinst vom Wärmeverbund der Korporation Giswil – dazu wurden bereits alle Anschlüsse erdverlegt. Die neue Heizzentrale wird 2017 im Gebiet Gorgen entstehen.

Christoph Rieblichristoph.riebli@obwaldnerzeitung.ch


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