Landfrauenverband: Blumenstrauss ist rasch verwelkt

OBWALDEN ⋅ Das Vorjahr war für den Landfrauenverband gespickt mit Höhepunkten. Ein weiterer hätte das Ja zur Ernährungs-Initiative werden sollen. Doch die Freude darüber währte nicht lange.
02. Februar 2018, 04:40

Marion Wannemacher

marion.wannemacher@ obwaldnerzeitung.ch

2017 war in mancher Hinsicht für die Landfrauen in Obwalden ein besonderes Jahr. Das zeigten die Jahresberichte von Präsidentin Paula Burch-Gwerder und Romy Barmettler aus der Geschäftsleitung der Apérogruppe, die im vergangenen Jahr ihr 10-Jahr-Jubi­läum feierte. «Das Vorjahr war gespickt mit Höhepunkten und Herausforderungen, darunter der Apéro am Staatsakt zu Ehren von Bruder Klaus und der für das Reisli vom Bundesrat.»

Auch sonst sei das Geschäftsjahr sehr erfolgreich gewesen, betonte Romy Barmettler. Rund 90 Mal seien die Landfrauen unterwegs gewesen, so häufig wie noch nie. Zum Team gehören 20 Mitarbeiterinnen. «Jeder Apéro war einzigartig», betonte sie. Die Landfrauen hätten dafür gesorgt, dass jedes Buffet im besten Licht dagestanden habe – auch bei noch so engen Platzverhältnissen oder wenn es den Hochzeitsapéro kurz vorher verregnet habe.

Anerkennende Worte von höchster Stelle

Die Freude über die Annahme der Ernährungs-Initiative durch das Schweizer Stimmvolk mit 78,7 Prozent (in Obwalden waren es 74,6 Prozent) verglich Paula Burch mit einem grossen Blumenstrauss. «Rasch sah der ­Blumenstrauss verwelkt aus, als ­ der Bundesrat Anfang November seine Agrarstrategie öffentlich machte», betonte die oberste Landfrau. Er interpretiere die Ernährungssicherheit ganz anders als die Bäuerinnen und Bauern. «Jetzt heisst es für uns Verbände dranzubleiben, damit sich alles zum Guten wendet», gab sie sich kämpferisch.

Volkswirtschaftsdirektor Niklaus Bleiker zog in seiner Grussrede die Parallele zu Dorothea von Flüe, der Frau von Bruder Klaus, der im Jubiläumsjahr ebenfalls gedacht worden sei. Wie diese brächten die Landfrauen viele Aufgaben als Mitunternehmerin landwirtschaftlicher Betriebe, als Ehe-, Haus- und Familienfrauen und als Vermittlerinnen zwischen Generationen unter einen Hut. Dafür brauche es damals wie heute Kraft und Durchhaltewillen. Bleiker sprach den Landfrauen im Namen der Regierung Dank und Anerkennung aus.

Basteln mit der Gärtnerei erweist sich als Renner

Wie lebendig das Verbandsleben der Landfrauen in Obwalden ist, zeigte ein Rückblick auf Kurse und Ausflüge im vergangenen Jahr. Das Basteln von Nielenständern mit Mitarbeitern der Kollegigärtnerei war so erfolgreich, dass der Kurs gleich zwei Mal durchgeführt wurde. An einem Tagesausflug nach Roggwil informierten sich die Obwaldnerinnen beim Hersteller heilpflanzlicher Medizin über dessen Produktion.

Vertreten war eine Delegation der Obwaldner Landfrauen auch am Unspunnenfest. Ausserdem betätigte sich der Verband auf politischer Ebene und nahm Stellung zur Agrarpolitik, zur Teilrevision Raumplanung und zur Verordnung zum Veterinärbereich. Besonderen Dank zollte die Präsidentin den Lungerer Landfrauen, die im vergangenen Jahr die GV, das Landfrauengedächtnis und den Vorstandsausflug mit den Ortsvertreterinnen organisiert hatten. Warme Worte gab es auch für Caroline Berchtold-Hug, die nach fünf Jahren als Kassierin aus dem Vorstand schied, sowie für Margrit Rohrer. Sie legte nach 21 Jahren ihr Amt als Rechnungsrevisorin nieder. Als neues Vorstandsmitglied wählten die Stimmberechtigten Monika Durrer-Britschgi aus Kerns. Sie ist verheiratet, Mutter dreier Kinder und arbeitet im heimischen Milchwirtschaftsbetrieb mit Alpbewirtschaftung. Bestätigt wurde die Präsidentin und Vorstandsmitglied Sonja Durrer-Burch. Neue Rechnungsrevisorin ist Anna Britschgi-Vogler aus Lungern. Insgesamt begrüsste ­Vizepräsidentin Edith Vogler-Imfeld 29 Neumitglieder. Aktuell zählt der Landfrauenverband Obwalden 1133 Mitglieder. Die Jahresrechnung schloss bei einem Aufwand von 37875 Franken mit einem Gewinn von rund 3330 Franken.


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