Neues Dorfzentrum eingeweiht

GISWIL ⋅ Die beiden Neubauten am Bahnhofplatz sind fertiggestellt. Am Samstag sind sie eingeweiht worden. Doch noch ist der neue Dorfkern nicht ganz fertig – die Bauarbeiten für ein drittes Gebäude starten bald.
03. Dezember 2017, 19:03

Matthias Stadler

matthias.stadler@obwaldnerzeitung.ch

Drei Anläufe hat’s gebraucht. Die Stimmbürger der Gemeinde Giswil verwarfen zwei Projekte für eine neue Gemeindeverwaltung. Doch nun stehen sie: die beiden neuen Gebäude am Bahnhofplatz in Giswil. Ein Freudentag für Gemeindepräsident Beat von Wyl: «Es hat viel Schnauf gebraucht. Doch nun freuen wir uns riesig», liess er am Samstagvormittag vor versammelter Festgemeinde verlauten.

Entstanden sind zwei Minergiegebäude. Im südlichen findet die Gemeindeverwaltung im Erdgeschoss und im ersten Stock Platz. In der zweiten Etage hat sich die Ärztegemeinschaft Bruno Dillier/Silvia Schmitz eingerichtet. Im obersten Stock hat die Podologin Andrea Furrer ihre Praxis. Zudem sind knapp eine Handvoll Mietwohnungen und das Tourismusbüro im Neubau zu finden. Im Zwillingsgebäude nördlich davon haben sich die Obwaldner Kantonalbank und ebenfalls einige Mieter eingerichtet.

«Zeitgemäss und freundlich»

Zwischen den beiden Gebäuden, wo am Samstag das Festzelt für die Einweihung stand, werden laut Gemeindepräsident Beat von Wyl künftig der Wendeplatz für das Postauto und etwa 20 Parkplätze sein. An diesem Ort war ursprünglich eine Tiefgarage geplant. Doch diese wurde von den Stimmbürgern abgelehnt. Deswegen redimensionierte die Gemeinde das Projekt und strich die Tiefgarage. Nun sagt Beat von Wyl zum neuen Verwaltungsgebäude: «Es ist kein Schloss, es ist keine Burg und auch kein Prunksaal. Das Gebäude ist zeitgemäss, freundlich und soll ein Ort des Kontakts werden.» Er freute sich am Samstag darüber, dass Giswil nun einen «sichtbaren Dorfkern» habe. Vorher sei dieser Standort, direkt neben dem Bahnhof, fast ein Abstellplatz gewesen.

Verspätung von einem Monat aufgeholt

Beide Gebäude sind Minergie-zertifiziert, die Wärme liefert die Korporation ab dem Heizwerk im Gorgen. Am Bau beteiligt waren unter anderem diverse Giswiler Unternehmen. Bauherrin war die Eberli Sarnen AG. Das neue Gebäude, in welchem nun die Gemeinde Giswil ihre Büros hat, kostete 5,6 Millionen Franken. Mit dem Bau gestartet wurde Anfang Mai vor einem Jahr. Nachdem die Arbeiten im darauffolgenden Winter einen Monat in Verzug geraten waren, konnte der Rückstand bis zur Fertigstellung aber wieder aufgeholt werden. Der Bezugstermin vom 1. November dieses Jahres wurde demnach eingehalten.

Als Geschenk an die Giswiler Bevölkerung wurde am Samstag auch noch ein Kunstwerk von Karl Imfeld aus Lungern eingeweiht. Direkt neben dem Eingang des Gemeindehauses steht nun ein Andreas-Kreuz aus Eichenholz, welches eine Sitzgelegenheit bietet.

Zentralbahn zieht in drittes Gebäude ein

Mit den beiden neuen Zwillingsgebäuden am Bahnhofplatz hat Giswil nun also einen neuen Dorfkern. Doch dieser ist noch nicht ganz fertig gebaut. Denn die Zentralbahn wird ebenfalls noch ein neues Gebäude erstellen. Dieses soll vom Typ her ähnlich sein wie die beiden soeben fertiggestellten. Baubeginn ist im Frühling des kommenden Jahres. Im Gebäude werden Räumlichkeiten für die Zentralbahn entstehen. Und auch in diesem dritten Gebäude sind einige Mietwohnungen geplant.


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