Obwalden kauft Flugplatz Kägiswil

Der Obwaldner Kantonsrat hat dem Kauf des ehemaligen Militärflugplatzes Kägiswil von der armasuisse zugestimmt. Damit verbunden ist auch die Schliessung des Flugplatzes für die zivilen Nutzer. Diese wollen sich dagegen wehren und haben das Referendum angekündigt.
13. September 2012, 18:14

1994 hat die Armee den Betrieb des Flugplatzes Kägiswil eingestellt. Seither wird er zivil genutzt. Nun hat die Regierung mit der armasuisse einen Kaufvertrag ausgehandelt. Damit kann Obwalden die Raumbedürfnisse für den Zivilschutz lösen. Überdies erhält der Kanton Grund, den er der Landwirtschaft als Ersatzfläche für jenes Land zur Verfügung stellen kann, das er für den Hochwasserschutz benötigt.

Der Kauf und der von der Regierung beantragte Kredit von 1,8 Millionen Franken waren am Donnerstag im Kantonsrat unbestritten; neben dem Kaufpreis von 900'000 Franken sind darin Rückbaukosten von 820'000 und Handänderungskosten von 80'000 Franken enthalten. Rundum wurde diese Investition als sinnvoll und nützlich, der Kaufpreis als fair begrüsst.

Zivile Flieger enttäuscht

Weniger glücklich war ein Teil des Parlamentes mit der Schliessung des zivilen Flugplatzes. Obwohl die Einstellung des Betriebes seit Jahren feststeht und vom Kantonsrat abgesegnet wurde, hat die Flugplatzgenossenschaft nun relativ kurzfristig mobil gemacht und eine Petition gegen die Schliessung eingereicht. Auch drohte sie mit dem Referendum.

Das Anliegen der Flieger stiess im Rat auf Verständnis. Die Schliessung sei zu radikal, man zerstöre damit vorhandene Infrastruktur, argumentierte die SVP. Mit der FDP setzte sie sich für die Erhaltung einer reduzierten Piste von 600 Metern für die zivile Fliegerei ein. Ein Flugplatz für Obwalden (der Militärflugplatz Alpnach) genüge, war von der Gegenseite zu hören.

Regierungsrat «fast gerührt»

Regierungsrat Niklaus Bleiker erinnerte den Rat an seine früheren Entscheide. Wenn der Rat auf der weiteren Nutzung des Flugplatzes bestehe, müsse der Kaufvertrag und auch der Kaufpreis mit armasuisse neu verhandelt werden, denn der Kaufpreis sei an die Betriebseinstellung gebunden.

Unbeeindruckt zeigte sich Bleiker von der Referendums-Drohung und meinte, es liessen sich auch Flugplatz-Gegner mobilisieren. Bleiker wies daraufhin, dass bei der Flugplatzgenossenschaft eine Mehrheit von Auswärtigen das Sagen haben und auch die Nutzer zu einem grossen Teil nicht aus Obwalden stammen.

Er sei «fast gerührt», dass diese Leute nun mit der Standortattraktivität Obwaldens argumentierten. Das habe er noch nie erlebt. Im übrigen könne aber auch Ruhe vor Fluglärm ein Standortvorteil sein.

Knapp mit 23 zu 21 Stimmen (bei 5 Enthaltungen) gab der Kantonsrat dem Antrag der Regierung den Vorzug vor der Erhaltung einer reduzierten Flugpiste. In der Schlussabstimmung wurde der Kredit zwar klar mit 30 zu 0 Stimmen gutgeheissen, allerdings bei 19 Enthaltungen. Sofern das Referendum zustande kommt, wird das Volk das letzte Wort haben.

sda/zim


6 Leserkommentare

Anzeige: