Parlament gegen flugfreie Sonntage am Flugplatz Kägiswil

KANTONSRAT ⋅ Am Kleinflugplatz Kägiswil bei Sarnen soll es auch künftig keine speziellen flugfreien Sonntage geben. Das Obwaldner Kantonsparlament hat eine Motion der CSP zur Lärmreduktion abgelehnt. Nach Ansicht des Parlaments ist die Lärmbelastung durch die Fliegerei nicht übermässig.
26. Januar 2017, 15:14

Der Rat lehnte das Anliegen von Walter Wyrsch (CSP) mit 36 gegen 13 Stimmen bei zwei Enthaltungen deutlich ab. Dieser forderte mindestens sechs flugfreie Sonntage jährlich zwischen Mai und Oktober auf dem Flugplatz nördlich des Dorfes Sarnen.

Wyrsch wünschte sich für die Bevölkerung im Raum Kägiswil und Alpnach ein paar Tage mehr Ruhe. Die Bevölkerung ertrage bereits einigen Fluglärm durch die Armee in Alpnach und durch Testflüge des Nidwaldner Flugzeugbauers Pilatus in der Region. Dieser hänge aber direkt mit Arbeitsplätzen zusammen.

Auch Ruth Koch-Niederberger (SP) sprach sich unter anderem im Sinne der Sicherheit der Bevölkerung für eine Prüfung von flugfreien Sonntagen aus. Die grenzenlose Freiheit von einigen Piloten würde von vielen am Boden als grosse Störung empfunden.

Mit den Argumenten konnte die Mehrheit im Parlament aber nichts anfangen. Benno Diller (CVP) erklärte, die Flugplatzbetreiber nehme bereits heute Rücksicht auf die Bevölkerung. Er nannte etwa Mittagsflugpausen und spezielle Flugrouten. Daneben stehe das Gelände auch als Parkfläche für Grossveranstaltungen zur Verfügung.

Gerhard Durrer (FDP) warnte davor, mit der Motion ein Präjudiz zu schaffen. Sie wolle neben Strasse und Bahn nur einen spezifischen Lärmbereich, nämlich die Luftfahrt, per Gesetz regulieren. Es sei sinnvoller die Frage über das Betriebsreglement des Flugplatzes zu regeln.

Marcel Durrer (SVP) betonte, der Flugbetrieb in Kägiswil diene nicht nur den Hobbys von Gutbetuchten. Der Betrieb leiste auch einigen jungen Leuten einen Beitrag bei ihrer fliegerischen Ausbildung.

Gegen Flugverbotstage gewehrt hatten sich im Vorfeld der Debatte mehrere Aviatik-Lobbyisten per Schreiben an die 55 Kantonsräte und die Medien. Darunter waren die Engelberger Ex-Skirennfahrerin und Pilotin Dominique Gisin und der Präsident der Flugplatzgenossenschaft Obwalden. (sda)


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