Parlament gegen mehr Jagdtourismus

OBWALDEN ⋅ Im Kanton Obwalden soll der Zugang von auswärtigen Jägern zum Jagdpatent nicht gelockert werden. Der Kantonsrat hat sich am Donnerstag gegen eine von der Regierung vorgelegte Änderung in der Jagdverordnung ausgesprochen.

23. April 2015, 15:58

Die Regierung wollte die Regeln zur Vergabe von Jagdpatenten an auswärtige Jäger etwas lockern. Demnach wollte sie ausserkantonale und ausländische Ausweise von Jägern anerkennen, auch ohne Gegenrechtserklärung anderer Kantone und Wohnsitz der Betroffenen in Obwalden von mehr als einem Jahr.

Sie begründete die Öffnung damit, dass heute schweizweit ein einheitliches Ausbildungsmittel verwendet werde. Zudem würden zahlreiche Obwaldner Jäger dasselbe Recht in anderen Kantonen ebenfalls wahrnehmen.

Das Parlament sprach sich aber mit 34 gegen 8 Stimmen bei 6 Enthaltungen gegen die Änderung aus. Es folgte der vorberatenden Kommission. Diese wollte die bisherige Regelung beibehalten.

300 einhemische Jäger

Die Kommission wehre sich gegen einen möglichen Jagdtourismus, sagte deren Sprecher Peter Wälti (CVP). Es gäbe in Obwalden heute schon gegen 300 einheimische Jäger. Gleichzeitig seien die Wildbestände in der Vergangenheit stark zurückgegangen.

Zu reden gab auch der Gebührenrahmen bei der Hochjagd. Die Maximalgebühr wurde auf Vorschlag der Kommission weniger stark erhöht als von der Regierung verlangt. Der Rahmen liegt neu zwischen 250 und 550 Franken. Bisher lag er zwischen 350 und 500 Franken.

Neu festgelegt wurde auf Geheiss des Bundes auch eine maximale Schussdistanz von 200 Meter für Kugel- und eine von 35 Meter für Schrotschüsse. Damit soll die Zahl der Fehlschüsse und angeschossenen Tiere reduziert werden.

Jagdkommission gestärkt

Die Jagdkommission wurde zudem auf Antrag der SVP etwas gestärkt. Die Behörden sollen diese insbesondere zu Änderungen im Wald-Wild-Konzept, das das Vorgehen bei Wildschäden trotz Regulierung der Wildbestände festlegt, anhören müssen. Der Rat folgte dem Antrag knapp mit 21 gegen 20 Stimmen bei 7 Enthaltungen.

Daneben wurden weitere kleinere Änderungen beschlossen. So kann der Regierungsrat Vollzugsaufgaben ans zuständige Departement oder Amt delegieren. Neu heisst es im Gesetz etwa nicht mehr Jagdverwaltung, sondern es wird konkret das Amt für Wald und Landschaft genannt.

In der Schlussabstimmung wurde der Nachtrag zur Jagdverordnung mit 47 gegen 0 Stimmen und einer Enthaltung beschlossen. Hauptgrund für die Überarbeitung der Verordnung waren laut Regierung neue Bestimmungen des Bundes, Präzisierungen, um künftig Missverständnisse und Beschwerden zu vermeiden und eine Angleichung an die Jagdgesetze anderer Kantone. (sda)


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