Rahmenbedingungen für künftigen Flugbetrieb in Kägiswil festgelegt

SARNEN ⋅ Am Flugplatz Kägiswil bei Sarnen soll die Zahl der Flugbewegungen auf dem heutigen Niveau bleiben. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) hat nach Verhandlungen mit den Beteiligten die Eckwerte für die künftige Nutzung des Flugplatzes festgelegt.
18. August 2016, 09:48

Die Rahmenbedingungen müssen erfüllt werden, damit der Flugplatz vom Bund die definitive Betriebsbewilligung erhält, wie die Obwaldner Staatskanzlei am Donnerstag mitteilte. Wird Kägiswil vom BAZL nicht bis 2020 als ziviler Flugplatz im Kataster eingetragen, erlischt der Baurechtsvertrag zwischen dem Kanton und der armasuisse für das Flugplatzareal.

Die maximale Zahl der jährlichen Flugbewegungen soll gemäss dem vom BAZL aufgesetzten Koordinationsprotokoll bei 14'800 festgelegt werden, wie der Obwaldner Volkswirtschaftsdirektor Niklaus Bleiker auf Anfrage sagte. Dies entspreche in etwa dem bisherigen Regime mit durchschnittlich 13'400 Bewegungen.

Zudem sollen die Flieger auch weiterhin möglichst nicht über dicht besiedeltes Gebiet fliegen. Bestimmte Flugrouten, die theoretisch noch möglich sind, werden darum verboten.

Weiter ist vorgesehen, die Breite der Piste um zehn Meter zu verschmälern. Das gewonnene Land könnte allenfalls als Ersatz dienen für Fläche, die andernorts für Naturgefahrenabwehrprojekte verwendet werden, wie es in der Mitteilung heisst.

Viele Fragen noch offen

Die Obwaldner Regierung entschied an ihrer jüngsten Sitzung über das weitere Vorgehen. Im nächsten Schritt sollen nun raumplanerische Fragen rund um den Flugplatz geklärt werden.

Die Flugplatzgenossenschaft, die als künftige Halterin des Flugplatzes vorgesehen ist, muss ein formelles Gesuch für die Umnutzung erarbeiten. Darin soll sie Aussagen zum künftigen Betriebsreglement und zur Infrastruktur machen.

Der Kanton muss seinen Richtplan entsprechend anpassen, die Gemeinde Sarnen ihre Ortsplanung. Das BAZL erstellt schliesslich ein Objektblatt für den Flugplatz. Bei den verschiedenen Planungen ist eine Mitwirkung der Bevölkerung und Anhörung verschiedener Behörden vorgesehen. Die Arbeiten sollen innert Jahresfrist abgeschlossen sein, wie es in der Mitteilung heisst.

Der Flugplatz Kägiswil nördlich des Dorfes Sarnen ist ein ehemaliger Reduitflugplatz der Schweizer Luftwaffe. Seit 1996 wird die 900 Meter lange Hartbelagpiste nur noch für die Zivilfliegerei genutzt.

Die Obwaldner Regierung wollte den Flugplatz 2013 von der armasuisse kaufen und stilllegen. Das Stimmvolk lehnte dies ab. Zivile Nutzer des Flugplatzes hatten das Referendum ergriffen. Der Flugplatz darf gemäss geltendem Sachplan des Bundes nur provisorisch betrieben werden. (sda)


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