Rampen freuen Rollstuhlfahrer

ALPNACHSTAD ⋅ Längere Perrons, Rampen, sanierte Durchlässe für den Hühner- und Giessenbach: Der Bahnhof Alpnachstad wird modernisiert. Das geht nicht ohne Einschränkungen.
12. April 2017, 08:28

Es ist ein Schwachpunkt beim Bahnhof Alpnachstad. Wer von der Talstation der Pilatusbahnen zum gegenüberliegenden Perron oder auf die Seeseite wechseln will, kann sich glücklich schätzen, wenn er gut zu Fuss ist. Denn der Weg führt über lange Treppen. Pech für Rollstuhlfahrer. Die Treppenlifte sind störungsanfällig und auch nicht sehr benutzerfreundlich. So können sie etwa mit dem Kinderwagen nicht benutzt werden. Auch komme es häufig vor, dass Fehlmanipulationen oder Vandalenakte die Anlagen ausser Betrieb setzten, hiess es von Seiten der Pilatusbahnen in einem älteren Bericht. Eine weitere Hürde ist die Bedienung selber. Der Lift funktioniert nämlich nur mit dem Schlüsselsystem für hindernisfreie Einrichtungen. Das ist vor allem für Touristen ein Problem, da das System im Ausland kaum bekannt ist.

Besserer Zugang zu längeren Perrons

Und nun also die gute Nachricht: Die beiden Perrons und der Zugang zur Seeanlage werden mit Rampen erschlossen, wie dem Amtsblatt zu entnehmen ist. Auch die Perrons werden verlängert – von 120 auf 190 Meter. Dies, damit im Störungsfall auch die längsten Züge halten können. Weiter werden die Bachdurchläufe des Hühner- und des Giessenbaches dem Hochwasserschutz angepasst sowie die Park-and-ride-Anlage ausgebaut, wie die Zentralbahn auf Anfrage mitteilt.

Die Bauarbeiten, die für den Frühling des nächsten Jahres ­geplant sind, sollen rund 7,4 Millionen Franken kosten. Den grössten Teil übernimmt die Zentralbahn, die Rampe am See finanzieren die Gemeinde Alpnach und die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees. Während dreier Wochen ist die Strecke zwischen Hergiswil und Alpnach Dorf gesperrt. Bahnersatzbusse werden eingesetzt.

Matthias Piazza

matthias.piazza@obwaldnerzeitung.ch


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