Reitet Winnetou bald in Engelberg?

ENGELBERG ⋅ Karl-May-Freilichtspiele sollen im Sommer 2017 bis 2500 Personen pro Vorstellung ins Klosterdorf locken. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, ein Baugesuch für das Spielgelände liegt öffentlich auf.

23. September 2016, 05:00

«Bauvorhaben: Karl-May-Freilichtspiele in Engelberg.» Das öffentlich aufgelegte Baugesuch, das im Gemeinde-Info Engelberg publiziert worden ist, lässt aufhorchen. Aus dem Baugesuch geht hervor, dass die Parzellen 714 bis 716 entlang der Wasserfallstrasse für die Freilichtspiele genutzt werden sollen. Als Kulisse soll neben der Engelberger Natur, die nicht verändert wird, eine künstliche Flussmündung, ein Pueblo und eine Westernstadt dienen. Die Zuschauer verfolgen die Abenteuer von Winnetou und Old Shatterhand auf zwei bis drei Tribünen mit insgesamt 2500 Sitzplätzen. Entlang der Wasserfallstrasse ist eine Karl-May-Meile geplant, die aus mehreren (Verkaufs-)Ständen bestehen soll.

Eingereicht hat das Baugesuch die Western Openair & Theater GmbH, die im schwyzerischen Immensee domiziliert ist. Die Gründung der Firma wurde Anfang Dezember 2015 im Handelsamtsblatt publiziert. Eingetragen sind Florian Niffeler als Vorsitzender der Geschäftsführung und die beiden deutschen Staatsbürger Tom Volkers und Jens Zimmermann. Bereits online ist auch die Website der GmbH. Mit den drei Gründern fliesse viel Unternehmergeist und Insider-Know-how in die geplanten Projekte, heisst es da.

Inszenierungen bleiben nahe an Originalvorlagen

Auf Nachfrage, was es mit den Karl-May-Freilichtspielen auf sich habe, bestätigt Florian Niffeler, dass man zurzeit an den Vorbereitungen für die Premiere im Sommer 2017 sei, verweist aber auf den Mediensprecher Peter Küchler in Sarnen, der sagt: «Wir hoffen natürlich, dass es mit den Baugesuchen klappt. Sobald wir diesbezüglich grünes Licht haben, werden wir umfassend orientieren.» Ende Oktober wollen die Organisatoren die Katze aus dem Sack lassen und über Anzahl der Aufführungen, das Stück oder die Besetzung informieren. Zum Baugesuch betont Peter Küchler, dass die darin erwähnten Gebäude oder Einrichtungen alle nur temporärer Natur seien und nach den Freilichtspielen für künftige Aufführungen wieder verwendet werden sollen.

Immerhin heisst es auf der Website der Firma noch Folgendes: «Unsere Inszenierungen sollen sehr nah an der Originalvorlage, sprich den Geschichten Karl Mays umgesetzt werden.» Mindestens Tom Volkers hat bereits einschlägige Erfahrungen mit Winnetou und Old Shatterhand gemacht. Der Schauspieler hat laut der Website die beiden Aufführungen auf der Karl-May-Bühne am Geburtsort Karl Mays (1842–1912) im sächsischen Hohenstein-Ernstthal produziert und ist offenbar auch beteiligt an der Wiederbelebung dieser Bühne. «Gemeinsam mit einem starken Ensemble, bestehend aus lokalen Spezialisten und bekannten Grössen aus Regie und Schauspiel, soll der Karl-May-Spirit nun auch im Herzen der Schweiz nicht nur für Fans und Touristen mehr Raum erhalten», heisst es weiter auf der Website der Organisatoren.

Im Bild über die Pläne ist auch Engelbergs Tourismusdirektor Frédéric Füssenich. «Wir unterstützen das Projekt. Winnetou zieht immer noch, in Deutschland sind verschiedene Karl-May-Freilichtspiele riesige Geschichten.» Ein solches Angebot würde den Sommer in Engelberg beleben und sei auf Familien zugeschnitten, die Engelberg sowieso besonders ansprechen wolle.

Philipp Unterschütz


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